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duftende hydrolate

16. Juni 2010

  
(foto: j.broinger)

Als ich vor einigen Jahren in Vertretung für die Vorarlberger ätherisch Öl-Firma arteverde einen kleinen Aromastand beim 1. Tag des ätherischen Öles in Linz betreute, erntete ich damit wunderliche Blicke bei den damals führenden Vorstandsmitgliedern eines großen und bekannten deutschen Aromavereins. Mein mit frischen Granatäpfeln, rot-gläserner Wasserpfeife, Nussmischungen und frischen Kräutern zum Probieren, kleinen ägyptischen Parfumflakons á la Michael Kraus dekorierter Stand passte so gar nicht zu den nebenan stehenden Ständen der renommierten Aromafirmen mit professionellen Verkaufsaufstellern. Auch meine bevorzugte Literatur aus der Aromawelt lag zum Blättern für InteressentInnen auf. Ganz vorne platzierte ich Suzanne Catty’s „Hydrosols – The Next Aromatherapy“ (2001). Dies sorgte für hitzigen Gesprächsstoff seitens der Profis, ob ich denn mit Hydrolaten überhaupt umgehen könne und wie unglaublich schnell sie kippen (verderben könnten) und ohne Alkohol sei es sowieso schlichtweg unmöglich, sie aufzubewahren. Ich konnte nur mit einem sicheren Lächeln erwidern, dass meine Erfahrung dazu eine Andere ist. So verebbte der Gesprächsstoff mit einer bekannten deutschen Fachbuchautorin aus der Branche.
Aus meiner eigenen Anwendungserfahrung kann ich sagen, dass zB sogar angebrochenes Immortelle-Hydrolat fast zwei Jahre einwandfrei blieb, selbst auf offenen Hautwunden nicht reizte nach längerem Stehen. Weißtannen- und Pfefferminzhydrolat jedoch weit früher kippte.(Dies ist nicht unbedingt zur Nachahmung emfpohlen, ich habe es einfach ausprobiert. Für den klinischen Bereich kommt dies natürlich keinesfalls zur Anwendung!!!)

Ich liebe die Anwendung von Hydrolaten seit langen Jahren besonders. Sie kommen mir vor, wie kristallene Diamanten in wässriger Form, wie durchsichtige Regenbogen, einhüllende Sanftheit in unserem umtriebigen, zivilisierten Leben. Für Allerlei habe ich viele Hydrolate im Laufe der Jahre intensiv ausprobiert – von Kosmetik über Küche, stärkster Neurodermitis, Raumprays, Parfums/Eau de toilets, Body Splashs bis zum heftigsten Infekt. Ich habe die allerbesten Erfahrungen damit gemacht. In der heute vorhandenen kompetenten Aromaliteratur sind die ausführlichen Anwendungsformen, Herstellung, Dosierung bereits mehrfach beschrieben. Waltraud Reischer und Eliane Zimmermann haben im FORUM-Heft 33/2008 einen wunderbaren Artikel zu Hydrolaten veröffentlicht. FORUM-Hefte können bei feeling und farfalla, Primavera, bezogen werden. In Eliane Zimmermann’s kompakten und auch für Einsteiger leicht verständlichen Buch „Aromatherapie, Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle“ findet man ein ganzes Kapitel zu Hydrolaten.
Sie werden oft als „Neben, Bei oder Abfallprodukte“ in der Aromaliteratur/Artikeln beschrieben. Hier wird Ihnen reichlich unrecht getan, da Ihnen meiner Ansicht nach ein gleichwertiger, wichtiger und eigenständiger pharmakologischer und psychotherapeutischer Stellenwert in der Aromatherapie gegeben werden sollte.
Eine herrlich große Auswahl an unkonservierten und größtenteils biologischem Anbau stammenden Hydrolaten finden wir bei Oshadhi, Maienfelser-Naturkosmetik, acqua-vita (Kanada) und das unschlagbar Beste in Duft, Wirkung und Haltbarkeit 12-fach destillierte bulgarische Rosenhydrolat der Firma WADI.

Im Post zu fresh-drinks finden Sie einige Ideen mit Hydrolaten im Sinne der Ernährungsstrategien bei Verhaltensauffälligkeiten.
Hydrolate sind in ihrer Handhabung und potentiellen Nebenwirkungen, möglichen Unverträglichkeiten im Vergleich zu den ätherischen Ölen sozusagen „ungefährlich“. Trotz ihres besonders sauren ph-Wertes zwischen 1,5 bis 6,8 sind sie in keiner Weise ätzend oder sauer in oder an unserem Körper. Selbst wenn wir schon überlagerte/gekippte Hydrolate verwenden, diese in Kinderhänden zu hoch dosiert sind, kann im Grunde nichts Vehementes passieren, außer vielleicht etwas Durchfall, ein wenig Hautreizung, die sich extrem schnell beruhigt. Sogar, wenn versehentlich eine halbe Flasche Hydrolat (zB 100- 250 ml) in die gefüllte Badewanne gelangt oder mehr als 1 EL pur von einem Kind verschluckt würde, passiert nicht viel. Hier meine ich die bekannteren Hydrolate wie Neroli-, Rose oder Melisse. Selbstverständlich ist auch bei Hydrolaten der sichere Einkauf, sorgfältige Aufbewahrung und Umgang Voraussetzung für eine gute Anwendung.
Somit wären sie für alle PädagogInnen, Kindergarten- Hort- und HeimerzieherInnen, Ernährungsfachleute, Angehörige von Pflegeberufen eine leicht zu handhabende Alternative/Einstieg in Duftwege.

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3 Kommentare leave one →
  1. 2. August 2010 14:36

    liebe eliange,
    ja das klingt sehr gut. also die übergroße haltbarkeitshysterie, die es schon um die hydrolate gab ist wohl nicht so übertrieben nötig. lg marta

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  2. 12. Juli 2010 10:57

    danke für die blumen!!!! ich erinnere mich dass eine kursteilnehmerin ihr ein jahr altes melissenhydrolat im labor untersuchen ließ (sie ist krankenschwetser) und es wurde von den profis für mikrobiologisch einwandfrei befunden.

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Trackbacks

  1. zitronewasser und melissenhydrolat «

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