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Narde und Mandarine

30. Dezember 2010

2 Tropfen indisches Nardenöl (Nardostachys  jatamansi) in 50ml Basisöl,

2 Tropfen Mandarine rot

zum Riechen auf ein Papiertaschentuch geben oder einfach im Zimmer auf ein Kastl legen, evtl einen Tropfen Orange süß dazu. Jedesmal, wenn die Situaiton zu eskalieren beginnt, das Tuch oder den Roller reichen, vllt schaffen wir es auch, ältere Kinder zum „Selbst-Tun“ zu motivieren. Mit höherer Tropfenanzahl und frischem Mandarinenöl kann es auch in einem entsprechendem Emulgator vermischt in abendlichen Bädern hilfreich sein.

Dies kann ein kleines  Zaubermittel sein, bei besonders hysterischen, aufgebrachten und sogenannten ADHS-Zuständen von Kindern.

Mit Tulsi (heiliges Basilikum), Benzoe, Tonka und Orange süß oder Mandarine rot und etwas verdünnter Narde können wir auch ein warmes, einhüllendes, angstlösendes Körperöl oder Roller herstellen.

 Innerhalb von Minuten bringt die erste Mischung Beruhigung und Entspannung. Es klärt die Augen, kühlt sanft die Überhitzung des Gemütes ohne Über die stark entspannende, entkrampfende und beruhigende Wirkung der Mandarine rot wissen wird viel berichtet und es ist in der Praxis bestens erprobt. Das tief erdig duftende, in den Bauch gehende Nardenöl gehört in der gängigen Aromatherapie nicht zu den Favoriten. In obiger Verdünnung  jedoch wird es meist ganz ohne Auffälligkeiten sowohl von Kindern als auch Erwachsenen leicht angenommen. Ich schon oft mit diesen Verdünnungen gearbeitet. Mit Vetiver, Jasmin, Rose absolue und Patchouli können wir diese Verdünnung mischen. Aus dieser Mischung nehme ich ein paar Tropfen in die beabsichtigte Basisölmischung, sei es als Roller, Duftlampe, Körperöl usw dazu dann normale Mengen der anderen ätherischen Öle für die Mischung. In ein 10ml Fläschchen können wir auch je 1 Tr Vetiver , 1 Tr Mandarine rot   mischen, womit wir auch gleich Eliane’s oft gegebene Empfehlung bei Hyperaktivität bei der Hand haben (natürlich kann 1-2 Tropfen mehr dazugegeben werden, jedoch sollten wir daran denken, dass bei Mandaríne rot wie auch beim Lavendel fein bei Üderdosierung die Wirkung ins Gegenteil kippen kann).

Ich habe mit der Arbeit dieser Verdünnungen die besten Erfahrungen gemacht in der aromatischen Begleitung von Kindern, der Duft ist noch stark genug für die Kids und sogar oft auch für Erwachsene.  Ja nach Absicht, Befindlichkeit und Gesamtzusammenhang können wir die jeweilige Mischung variieren. Es ist natürlich auch etwas Gefühls- und Erfahrungssache.

Nardenöl hat für mich trotz seines erdigen Duftes die dunkelviolette Farbe der Transformation,  so wie Iriswurzelextrakt. Violett wird dem Scheitelcahkra zugeordnet. Patchouli, Sandelholz und Vetiver gehören für mich zu einem anderen Farbspektrum und einer anderen Duftbotschaft, obwohl Inge Andres  in ihrem schönen Dufleiter-Farbleitsystem (Buch: „Duftberatung“) die Narde der dunkelbraunen Note zuordnet.  Man nennt sie die „Wohlriechende“ (griech.: nárdos, altpers.: nárda, von sanskr. nálada = die Wohlriechende).

Die  Narde finden wir wild wachsend im Himalaya, China, Afghanistan, Nepal, Bhutan, Indien  zwischen 3000 und 5600m Höhe, wo sie seit mindestens zweitausend Jahren zu den traditionellen Heilipflanzen gehört.  In manchen Gebieten wird sie heute noch von Hand gesammelt bzw gibt es inzwischen Bio-Anbaupartner von seriösen Ölfirmen.  Jatamansi gehört zur Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae) und gedeiht in eher feucht-kühlem Bergklima. Ihre Besonderheit ist die direkt aus dem Rhizom wachsende Blüte. Der Geschmack der verdickten Wurzel ist heiß, schärflich und bitter. Die vom Rhizom abgehenden Wurzeln sind behaart, das Rhizom selbst erreicht eine Länge zwischen 3-7cm. Aus der getrockneten und zerkleinerten, rötlich-braunen Wurzel wird das äthersiche Öle gewonnen. Auch ihre 2-20cm lang werdenden, länglich-ovalförömigen Blätter weisen eine Behaarung auf und ihre männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane finden sich in ihrer rosa/weißen Blüte.   Bei der Ernte wird das Rhizom mit einem kleinen Handspatel, „Kuto“ genannt, ausgehoben. Die Destillation der getrockneten, zerkleinerten Wurzeln währt zwischn 9-18 Stunden. Nardenöl hat etwa 66% Sesquiterpene, davon ca 29% α-Gurjunen, 29% α-Patchoulen, 5% Aristolen und Andere. Bei seinen Sesquiterpenolen finden wir 6% Patchoulialkohol, unbekannte kleinere Mengen von Calarenol, Nardol, Valeranol und Maaliol. Mit 6% ist auch das Sesquiterpenketon 1-Hydroxyaristolenon und 1,4% β-Jonon  ua, sogar 0,2% vom berühmten Oxid 1,8 Cineol (etwa 69% in Eucalyptus globulus zB). Von ähterischen Ölen mit einem hohen Sesquiterpengehalt wissen wir, dass sie geeignet sind zur Behandlung von langanhaltenden chronischen und allergischen Zuständen, zur Stabilisierung der Psyche und des Immunsystems. Da sie langsam wirken, so wie wir dies auch an ihrer Viskosität (Fließgeschwindigkeit, Fließverhalten) erkennen können, geben sie unserem System ZEIT.

 Hans Ludwig, Inhaber des Unternehmens Algavital empfiehlt aus positiver praktischer Erfahrung indisches Nardenöl zur Begleitung von Kindern mit ADHS. Um die oft hochschießenden, völlig aus der Balance geratenen Zuständen und Empfinden über Hunger und Schlafbedürfnis, über Ruhe und Aktion, die auch durch Medikamentation völlig verschoben sein kann, braucht es ein „runter- oder hochsetzen“ auf ein normales Basisniveau, aus dem heraus erst wieder ansatzweise Normalität, Kommunikationsbereitschaft und natürliches Empfinden möglich sein können. Alle Versuche in dauerhafter, emotional, körperlich und geistig hochangespannter Distress-Situation etwas Sinnvolles zu unternehmen, scheitern meist und die Frust- und Negativspirale geht weiter.

Bei Algavital ist in Blausglasfläschchen von Hand abgefülltes indisches Nardenöl aus dem Himalaya erhältlich. Aus ehemaligen längeren persönlichen Aufenthalten dort, hat Herr Ludwig ein hochqualitatives Nardenöl im Programm. Bei den renommierten Ölfirmen Neumond und Primavera ist nepalesisches Nardenöl aus Bio-Anbau erhältlich. Indisches und nepalesischen Nardenöl unterscheiden sich etwas in Duft und Farbe. Jatamansi gehört nach CITES und IUCN zu den gefährdeten, wildwachsenden traditionellen Heilpflanzen Asiens. Hier könnt Ihr genauer dazu nachlesen (englisch). Die allgemeinen Anwendungsbereiche des Nardenöls sind angezeigt bei Schlafstörungen, Unausgeglichenheiten, Unruhezuständen, durch dauernde Gereizheit bedingte Koliken, bei Hyperaktivität, Distress, Lernstress. Traditionell wird es in seinen Heimatgebieten auch bei Hysterie und Epilepsie, Cholera und Lepra eingesetzt. Aus der Wurzel wurden zur Kopfhaut- und Haarpflege Mittel hergestellt, um zB dunkle Haarfarbe zu erhalten. Narde lässt uns jedoch nicht erschlagend müde werden, wie andere Öle – vllt ist dafür der kleine Anteil 1,8 Cienol zuständig ?, denn das macht ja bekanntlich unser Gehirn „hipp“ (siehe Aroma-Rap) – sondern fördert das ausgeglichene Empfinden dafür, was einen entspannten Schlaf bringt. Weiters ist Narde bei Herzrhytmusstörungen (die auch bei durch dauernden, immensen, inneren Stress meist unbemerkt bei Kindern auftreten können, letztendlich als ein Begleitsympton von Kinder-Burnout – über Burn-Out bei Kindern, was aus extremer Erschöpfung heraus zu aggressivem Verhalten, Appetitstörungen, Lernschwierigkeiten, innerer Abwesenheit), vegetativer Dystonie, Psoriasis und zur Pflege der reifen Haut. Es würde also auch gut mit den Petit Grain Ölen, der Bergamotminze und Rosengeranie zur Behandlung der vegetativen Dystonien harmonieren.

In allen alten Hochkulturen wird die Narde mit ihren heilenden und pflegenden Eigenschaften erwähnt und in Parfummischungen erwähnt.  Aus altägyptischen Zeiten über Zeiten der Großmogule, bei Dioskurides, bei der Salbung Jesu im Evangelium über spätere Pflanzenheilkundler bis heute.

Angesichts der Tatsache, dass weltweit über zehn Millionen Kinder jährlich Ritalin und ähnliche Medikamente als Dauerlösung für mögliches ADHS bekommen, darf die Suche nach sinnvollen, Gesundheit und Psyche erhaltenden Alternativen nicht aufhören und es MUß, wie es viele positive Beispiele zeigen, erfolgreiche andere Wege geben. Dazu müssten viele Faktoren eingebunden werden, wie zB ganzheitlichere und umfassendere Schulung von PädagogInnen und Ärzten in punkto Gesamtumfeld eines Kindes, um viel früher mögliche Disbalancen erkennen zu können, für die letztendlich nicht die Ziffer einer Schulnote das Barometer sein kann. Vor allem sollte es mit der Zeit möglich werden, wesentlich mehr rechtzeitige präventive Wege aufzutun.  Ich kann nicht sagen, wie Narde zusammen mit lang währender Medikamentation wirkt, hierüber gibt es, so wie auch in anderen Bereichen in Zusammenhang mit Medikamentationen, in der Aromabranche leider viel zu wenige Veröffentlichungen und publizierte Erfahrungsberichte. Was ich aber aus der Praxis sagen kann, ist, dass noch nie Kinder oder Erwachsenen negativ von ganzheitlichen Anwendungen und sinnvoller Ernährung profitiert hätten.

http://www.european-trading-house.eu/,http://www.barbara-simonsohn.de/Hyperaktiv.htm, http://www.msinp.com/herbs/jatamasi.htm

 

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2 Kommentare leave one →
  1. Eliane Zimmermann permalink
    30. Dezember 2010 22:01

    einige zeilen aus diesem beitrag sind als kommentar in meinem beitrag über irisduft bei prostatakrebs „gelandet“, absicht??? seltsam zumindest. ich danke für diesen tollen text, die narde gerät leider bei mir so oft in vergessenheit, dabei ist sie so wichtig, vor allem bei unserem prä-pubertus, der heute mal wieder verbal um sich schlug.

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    • 31. Dezember 2010 02:02

      Liebe Eliane,
      oojjee….neeee ganz bestimmt keine Absicht!!!! Das muss wohl versehentlich irgendwie passiert sein, als ich den Link bei beta-Jonon zu Deinem Post setzen wollte….also wirklich sorry!! Deinen Beitrag von damals hatte ich im Kopf beim Schreiben,..Ist mir nicht aufgefallen, weil ich nur den Link machen wollte und gar nicht weiter gelesen oder geschaut hab.
      Ja prä-pubertär….greift um sich, wohl immer früher heutzutage.

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