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saft oder wasser in der pädagogik? aromatische saftalternativen

20. Januar 2011

Vor einigen Tagen kam ich ins Gespräch mit einer Bekannten und Mutter eines Schulkollegen meiner jüngeren Tochter. Sie ist  ganzheitlich orientierte Ernährungswissenschaftlerin und betreut  in einer bekannten, sozialpädagogischen Wohneinrichtung  eine Gruppe  übergewichtiger Kinder. Das Projekt ist Teil des Angebotes eines großen österreichischen Gesundheitsvereines. Wir sprachen über Ernährung, Kurse zu ganzheitlichen Therapien und kamen auf das Thema Saft. Ich hörte mit Staunen,  ihre jüngere Tochter dürfe im Kindergarten in ihrer Kindergartengruppe kein Wasser trinken bzw für sich  selbst kein Wasser von der Leitung nehmen. Das Mädchen besucht eine Integrations-Gruppe mit einem Integrationskind. Aus Rücksicht auf das Integrationskind der Gruppe, wird kein Wasser auf den Tisch gestellt, sondern Sirupsaft für Alle. Wasser oder das Aufdrehen des Wasserhahnes würde das Kind, nach Erklärung der Kindergartenpädagogin, zu „Pritscheln“ und Aktivitäten verleiten, die es nicht tun soll/darf.

Eine ebenfalls ganzheitlich denkende  Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, die Therapieunterstützung durch gezielte Ernährungsumstellung sehr befürwortet, muss sich in ihrer Position als Mutter im Kindergarten ihres Sohnes der Meinung der dortigen Heil- und Sonderpädagoginnen beugen, dass es nicht möglich sei Wasser statt Saft zu geben. Extras seien fast nicht möglich, erklärten  ihr die zuständigen Pädagoginnen.

wikipedia, gnu, Roger McLassus 2006

Immer wieder hörte ich, seitdem meine ältere Tochter den Kindergarten besucht hatte (das ist inzwischen 13 Jahre her), Argumente wie: „…der Saft sei eh“ so gut verdünnt, dass es schon nichts ausmachen würde…“ oder, der „Zentraleinkauf  und die Zentralküche  in sozialpädagogischen Einrichtungen und Stadtkindergärten seien zuständig und dort könne man es zwar deponieren, aber Einfluß habe man keinen…“ Bereits damals beschäftigte ich mich intensiv mit Zusammenhängen  von Ernährung und Verhalten  und ganzheitlichen Wegen. Schon damals war das Thema der Getränkeauswahl im Kindergarten für Viele  ein immer wiederkehrender Diskussionspunkt.
 
Selbst in Städten, die das Landeslabel der Gesunden Gemeinde  tragen wird in punkto Getränke und Ernährung in den Kinderbetreuungseinrichtungen  nur mancherorts tatsächlich umgesetztes Engagement gezeigt; dies ist  abhängig von der jeweiligen persönlichen Haltung der PädagogInnen, deren Wissensstand und Aufgeschlossenheit. In manchen Kindergärten und Horten wird tatsächlich nur noch Wasser oder Tee angeboten. In Projekten wie Waldkindergärten oder Reformschulen ist gesunde Ernährung auf selbstverständliche, fließende Weise mit  eingebunden.

Längst wurden auch wissenschaftlich Zusammenhänge zwischen „hyperaktivem Verhalten“, Schulunlust, übertriebener kindlicher und jugendlicher Aggressivität und Ernährung belegt. Es ist ein mutlikausales Zusammenspiel des Lebensumfeldes eines Kindes. Jedoch können die negativen Erscheinungen, wie Lernstörungen, „Hyperaktivität“, zu frühes hormonelles Ungleichgewicht, Immunschwäche nicht nur durch belastende Lebensumstände entstehen, sondern auch zusätzlich durch  toxische Stoffe aus der Ernährung und Medikamenten, die sich in Gehirn und Körper bei Dauergenuß ablagern, noch mehr provoziert werden. International gibt es zahlreiche Publikationen, die das Absinken des Aggressionspotentials durch Vermeidung von Lebensmitteln mit hohem Zuckergehalt oder Zuckeraustauschstoffe, Zusatzstoffe, synthetischer Vitamine, deutlich machen. Hier habe ich ein paar Beispiele zusammengestellt, in denen auf den deutlichen Rückgang  der Aggressions- und Kriminalitätsrate von jugendlichen und erwachsenen Straftätern verwiesen wird, nach Entlassung auf Bewährung und Reduzierung des Zuckerkonsums auf ein Mindestmaß oder durch Ergänzung der Nahrung mit natürlichen Vitaminen und essentiellen Fettsäuren:

  • Schoenthaler Stephen (eine Liste verschiedener Studien zu diesem Thema finden sie hier, in englischer Sprache
  • weiters hier
  • (es gibt noch viele weitere Studien zu diesem Thema)

In meinem Blog habe ich bereits einige Ideen dazu geschrieben, wie man aus dem großen Fundus ganzheitlicher Therapien, Ernährungsweisen, Aromatherpie, Saftalternativen kreative Möglichkeiten schöpfen könnte. Die Zubereitung eines Smoothies mag ein paar Minuten länger dauern, als den blutroten Sirup aus einer großen Kunststoffflasche namens M….& M…..-auszuleeren, aber es bringt gewiss positive Veränderungen. In früheren Posts habe ich bereits hier einige Ideen zu Hydrolaten und Tees gegeben:

hier zu Sanddorn-Vitaminsaft

zu Smoothies wie zB „die grüne minna“ oder kokos-vanille smoothie, sanddorn-smoothie

Rechts habe ich unter „Softdrink & Co Alternativen“ einige Linktipps zusammengestellt. Es geht nicht grundsätzlich um den vollkommenen Verzicht für Kinder auf  Säfte und Süßes, sondern um unschädliche Alternativen in einem vernünftigem Maß.

Farbige, natürlich duftende Gerichte und Getränke stimulieren die Sinne der Kinder; zusammen mit positiv besetzten Natur- und Dufterfahrungen kann sich die Umsetzung solcher Schritte leztendlich nur positiv auf sämtliche Therapien und Lernförderungen auswirken. In Fällen von Traumatisierung, durch die das Sprachzentrum in gewissem Aumaß oder gänzlich blockiert ist, könnte ein ganzheitlicher Ansatz mit Körper- (Aromamassage, verschiedenen Arten von Körperarbeit wie zB Shiatsu, Breema  oder hier  Osteopathie, Tai Chi, Klangschalenmassage und Ähnliches), Aroma- und Farbtherapie eine sehr wertvolle und sinnvolle Unterstützung sein.

Eines der Hauptargumente in sozialpädagogischen Einrichtungen und Kinderbetreuungseinrichtungen ist – selbst wenn es an einigen Stellen sehr engagierte Mitarbeiter und Programme gibt – der Auftrag einer erfolgreichen  Sozialpädagogik. Für die körperliche Gesundheit gibt es eine offizielle ärztliche Versorgung und für die ernährungstechnische Seite ist durch die Küche gesorgt.  Weiters sei es auf Grund von der organisierten Tagesstruktur, Ressourcen- und Zeitmangel nicht möglich, ernährungsstrategische kleine Schritte oder ganzheitliche Wege umzusetzen. „Es gäbe wichtigere Dinge, als die körperliche Gesundheit und die Ernährung“. Der „Erfolg“ einer sozialpädagogischen Betreuung unterliegt jedoch bestimmten subventionierten und gesetzlichen Rahmenbedingungen, welche durch die jeweiligen Finanz- und Rechtsträger vorgegeben sind.

In diesem Post  habe ich bereits ein paar Alternativen zusammengetragen, als Impulse für ganzheitliche Schritte. Es ist stets ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, die sichtbare körperliche Zustände und das Lebensumfeld formen.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich neue Denk- und Handlungsmodelle in Schulen und pädagogischen Einrichtungen sowie bereits in den Ausbildungen für Sozialberufe immer mehr zeigen und setze auf die engagierten und mutigen Leute in „Menschenberufen“.

Die Sinnhaftigkeit orthomolekularer Therapie, ganzheitlichen Sichtweisen und einer Zusatzstoff- und Zucker- sowie Zuckeraustauschstoffe-reduzierten Ernährung ist in der Wissenschaft längst nicht mehr neu! Doch an Fachhochschulen für soziale Berufe gehört diese Thematik noch immer nicht zu den Standard-Inhalten.

Buchtipps für Erwachsene:

Die Botschaft des Wassers“, Masaru Emoto 

 „Wasser, die gesunde Lösung, Ein Umlernbuch“, Fereydoon Batmanghelidj

 „Sie sind nicht krank, Sie sind durstig“, Fereydoon Batmanghelidj
  
Für Kinder und deren BegleiterInnen:
  
„Kita aktiv“, Projektmappe Wasser, Jenny Hütter
  
 „Fillipp der Frosch und das Geheimnis des Wassers“, Marko Simsa, Hans Günther Döring
 

 „Eri und die Körperstadt“, Elke Pissenberger und Maria Himmelbauer

 

 

 

 
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