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duftpflanzen und frühlingsgrüntrank

20. April 2011

Vergangen Samstag wurden meine kleine Aroma-Kursgruppe und ich von  Sabin, der Waldfee, durch einen wundervollen Kräuterwandertag geführt.

Wir trafen uns gegen 10 Uhr Vormittags an einem schönen Platz  – dem Haus und der Zauberschmiede von Sabin – etwas ausserhalb von Wartberg /o.d.Aist und waren gespannt auf einen Tag voller Natur und Power-Naschereien, die uns auf unserem Kräutersammelweg begegnen würden. Sabin führte uns über herrliche freie hügelige Wiesen, voll mit gesundheitsfördernden Wildkräutern und herrlichem Ausblick über die umliegenden Täler. Wir trafen einen Falken, den ich schon in der Früh, als ich im Schlafanzug den Garten begrüßte, gesehen hatte, sahen ganz dicht im Wald ein Reh, bzw nur noch das Hinterteil, da es schneller war als wir….fanden zuvor auf dem Weg zur Kräuterwiese Rehspuren, daneben die Ausscheidungen und naschten von wildem Wiesenoregano, später von leckerem Waldsauerklee, Löwenzahnblüten und Gänseblümchen.

Wir sammelten unter Anleitung von Sabin junge Sauerampferblätter, Schafgarbenblätter, Giersch (Erdholler, später aus ihrem Garten), Brennessel, Gänseblümchen, Oregano von der Wiese, Quendel (weißer Thymian, niedrigwachsend), Spitzwegerich, Vogelniere und Fetthenne. Dabei sahen wir auch herrliche Lärchen, wunderschöne Kiefern, Salomonssiegel im Wald in violett-blauen Waldblumenbeeten, durchstiegen ein Bachbett und sahen einen überehrgeizigen Motocross-Fahrer direkt neben uns über die schöne Kräuterwiese rasen hinauf zum kleinen Hügelkreuz – angeblich auf seinem eigenen Grundstück, wie er sagte.  Auch Vater Sonne war uns wohlgesonnen und das Wetter hielt mit einigen Wolken bis zum Abend.

 

 Das war der Anfang…….und noch seeeehr viel Platz Korb…..

Unterwegs gab es eine Menge Fragen zu beantworten,..viel zu erzählen über Duft- und Wildkrätuer, Beinwell und warum die „Muntermacher-Kräuter-Zeit“ schon fast vorbei ist, über Frauenheilkräuter und Giftpflanzen…..später füllte sich unser Korb mit ein paar Blüten…..

Ich durfte mich im Fotografieren üben….und meine Damen beim Ernten und Wandern und späteren Zubereiten bildich festhalten.

Dies hier ist die freie, „unscheinbare“ Kräuterwiese…….

Hier ist ein herrliches Stück vom Wald mit den kleinen Bachlauf.

Als wir dann nach vielen Plaudereien, Schmunzelgesprächen und schon etwas müde nach fast drei Stunden Wandern und Sammeln wieder bei Sabin’s Haus ankamen, begrüßten uns am Garteneingang ein herrlicher alter, holziger und sehr dorniger Rosenstrauch (hab ich vergessen zu fotografieren), der noch nicht blüht und am Boden ein dichter Frauenmantel, in dessen manchen Blatttälern der Tau tatsächlich wie hochkarätige Diamanten funkelte:

Es wurde etwas wolkig und wir beschlossen, zuerst die Wissensrunde durch Sabin’s Zauberpflanzengarten zu machen und zu hören und zu sehen, was es dort Spannendes gibt.

Gleich hinter dem Frauenmantel und dem Rosenstrauch (hab ich vergessen zu fotografieren) liegt ihre selbst angelegte Kräuterspirale, die uns mit einigen Duftpflanzen wie Zitronenthymian, Ysop, Basilikum, Oregano, Majoran, Lavendula angustifolia und Rosmarin anstrahlt. Meine Kursleute lade ich sogleich zu einer kleinen Botanik-Quiz-Runde ein. Es gibt noch darüberhinaus blühenden Hamamelis, Pulsatilla (Küchenschelle),  jede Menge Giersch (Erdholler), alte, groß rankende Himbeersträucher, Wermut und sogar Rainfarn (Wucherblume), Tanacetum vulgare L., den wir in der gängigen Aromatherapie so gut wie nicht verwenden wegen seines besonders hohen Thujon-Gehaltes mit bis zu 81%. Thujon gilt als neurotoxischer und abortiver Inhaltsstoff. 

Hier ein paar Eindrücke aus der duftenden Kräuterspirale und weiteren Schätzen aus Sabin’s Garten. Das dichte hellgrüne Gewächs ist der Rainfarn, die Zweige mit den rötlichen, kleinen Blüten gehören zum Hamamelis. Das aus Hamamelis gewonnene Hydrolate zählt in der Aromatherapie und Naturkosmetik zu „DEM“ klassischen, adstringierenden, wässrigen Rohstoff bei unreiner und Mischhaut, als Zusatz in Rasierwässern und Gesichtswasser bei großporiger Haut.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Später  gibt es  in der gemütlichen „Hexenkuchl“ von Sabin Schneidarbeit für die Erntedamen: alle frischen Schätze werden kleingeschnitten und zu einem Powerdrink namens „Grüntrank“ (Äpfel und Bananen,  Frischkräutermischung, Obstsaft, im Saftmixer feinst pürieren und frisch ausgiessen) verarbeitet:

zuerst so

fertig ist der entschlackende, entgiftende Grüntrank (leider ein bisschen verschwommen..)

Danach gibt es noch einen herrlichen Topfenaufstrich mit den frischen Kräutern, Zwiebeln, Rahm und Butter auf frischen Krustenbrot.

Schließlich werden wir mit der „einfachsten Suppe der Welt“ verköstigt: eine einfache Zwiebeleinbrenn, die geernteten Kräuter,  Milch, Rahm, Waser, etwas Kräutersalz eine Weile köcheln…fertig. Sehr lecker, wärmend und stärkend…..alles zusammen unglaublich sättigend und nährend für Seele und Körper.

Wir hören Wissenswertes über Heilkräuter, die Herstellung der Salben und die Beschränkungen der derzeitigen Gesetzgebung.

Inzwischen ist es später Nachmittag und die Vater Sonne lässt nach den Wolken wieder warme Strahlen hervor. Zum Abschluss gibt es in Sabin’s Garten eine kleine Trommelreise zur Seelenkleidreinigung. Sabin erklärt den Teilnehmerinnen den Ablauf und Sinn und erzähtl von ihren eigenen Erfahrungen.  Sabin’s Trommelschlag bringt die Teilnehmerinnen auf ihre Lichtung und holt sie am Ende der Zeit wieder zurück. Mit einer abschliessenden Rederunde zu den Erfahrungen und Diesem und Jenem beschliessen wir den Erfahrungsreichen Tag und entlassen die Teilnehmerinnen nach Hause. Ich für meinen Teil nahm eine Menge gute Erdenergie mit, kam sicher und gut mit dem Zug nach Hause – nachdem meine Hinfahrt am Freitag nachmittag von stressvollen Reisemissverständnissen und Aufregungen begleitet war – ich träumte von wunderbaren Pflanzenbildern und erinnerte mich an schöne Zeiten an einen meiner Lieblingsplätze in Tirol.

Sabin, die Waldfee beschäftigt sich seit etwa 15 Jahren mit Heilkräutern und Naturerfahrungen.  Sie stellt aus den selbst gesammelten Kräutern lang gekochte ( im Sommer über offenem Feuer draussen) Heilsalben mit Olivenöl, Bienenwachs und Heilkräutern her und kreiert herrliche Räuchermischungen aus Selbstgesammeltem. Seit einigen Jahren arbeitet sie auch schamanisch für sich und ist Mutter von drei Kindern (21, 13 und 14 Jahre). Sie hat eine tiefe Verbindung zur Natur und absolvierte nach vielen Jahren Pflanzenbeschäftigung zur weiteren Vertiefung bei fnl- Freunde naturgemässer Lebensweise ihre Heilpflanzen-Ausbildung. Unter anderem gibt sie keltische Handfastins (traditionelle keltische Hochzeitsfeier)  und ist präsent auf Mittelaltermärkten. Vor kurzem hat sie einige Radiosendungen zu ihre regelmässigen Kräuterwanderungen aufgenommen, in die man hier  mal reinhören kann. Wer mehr zu ihrem Heilkräuterwissen, Käuterwanderungen und ihrem Angebot wissen möchte, findet unter http://www.kraeuterstube.at/ mehr. Ihre Website und ihr Kräuterforum ruhen seit einer Weile, denn sobald die ersten Wild-Heilkräuter ihre Blätter aus der Erde zeigen, verbringt ihre Zeit lieber draussen als vor dem Computer. 

Ich traf Sabin vor einigen Jahren das erste Mal auf einem „Schamanentreffen“ in Bayern, zu dem ich damals eine Freundin mitgenommen hatte. Sie hatte dort einen Stand und die wenigsten Anwesenden kamen mir tatsächlich schamanisch vor. Doch gab es ein Vortragsprogramm, bei dem mich ein Tiroler Wildnischulleiter namens Ron Bachmann  mit dem kürzesten und für mich tiefsten Vortrag beeindruckte, der von humorvollem Tiroelerisch und Authentizität getragen war; er sprach über die „Roobs“…die Seile, die tiefen Verbindungen zur Natur…..die im Grunde unerlässlich wichtig sind für uns..ganz besonders für unsere heutigen Kinder.

Also liebe Pädagogen, Erlebnispädagogen, Kinder-gärtner und Gärtnerinnen, Sonderpädagogen…..auf …zur Spurensuche ….und „gratis“ Naturpädagogik…..sozusagen fast vor der Haustür….

(fotos in diesem post: alle © m.micik 2011)
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