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ätherische öle und adhs – die ultimative „runterholmischung“?

23. April 2011

  • 1 Tr Vetiver pur, Vetivera zizanoides
  • 1 Tr Patchouli, Pogostemon cablin
  • 2 Tr Mandarine rot, Citrus reticulata
  • 2 Tr Bergamotte, Citrus bergamia auf ein Papiertaschentuch träufeln

Könnte dies die „ultimative Runterhol-Mischung“ sein für Kinder (Erwachsene?) mit ADHS?  Diese Mischung ist auf den ersten Blick recht intensiv, vor allem für Kinder ist sie zu stark, könnte sich der eine oder andere Aromabegeisterte denken.

In ganz akuten, „hysterischen“ , flippenden Situationen, wenn kein Wort ankommt, keine Berührung geht….und das Kind scheinbar wie völlig ferngesteuert aggressiv sich herumwirft, brüllt, Sachen wirft und Türen knallt oder tritt……, sich selbst extrem in die Situation oder die augenblickliche, aus Sicht des Kindes gerechtfertigte oder ungerechtfertigte Gefühlssituation extrem  hineinsteigert (was für Eltern eine immense Gedulds-und Nervenprobe sein kann, wenn solche Situationen öfter vorkommen)…..muss man hin und wieder mit dem Dufttuch „zwangsbeglücken“. Einfach mutig unter der Nase wedeln und weiter „flippen“ lassen…notfalls fast an die Nase drücken und dann in der Nähe des Kindes auf dem Bett oder wo es sich gerade befindet liegen lassen. Fast immer, wenn ich diese Mischung angewendet habe,…trat innerhalb von spätestens einer Viertelstunde zumindest soweit eine Beruhigung ein, dass das körperlich seltsam übertriebene herumwerfende Gehabe und hysterische Geschrei sich legten und wenigstens für einige Stunden danach keine derartig heftige Aggression mehr aufkam.

Bergamotte  ist die bekannte „Ausnahme“ unter den Zitrusschalenölen bezüglich ihrer Inhaltsstoffe, die dem Inhaltsstoffspektrum des Lavendel fein sehr nahe kommen – wirkt neben seinen hautpflegenden, hautregenerierenden Eigenschaften besonders entspannend, entkrampfend und beruhigend. Seine hilfreichen Eigenschaften bei Streptokokkenbefall auf der Haut (zB bei Neruodermitis) und als „klassischer“ Zusatz in Gurgelwässern bei Halsentzündungen, zB zusammen mit Manuka oder Salbeiöl (ketonarmes, bsd für Kinder, zB erhältlich bei farfalla) gerne empfohlen.  Dazu kommt noch das ebenfalls extrem entspannende Methylanthranilat aus der Mandarine rot  – inzwischen durch Eliane’s unermüdliche Arbeit und immer wiederkehrende Erklärungen in der Aromawelt, ein inzwischen bekannter Inhaltsstoff, von welchem man heute weiß, dass er in Aufbau und Wirkweise unserem  Serotonin besonders ähnlich ist. Bergamotte gilt in Mischungen als „Verstärker“ der Mischung selbst und ihrer Botschaft. Darüberhinaus ist es eines der besonders stimmungshebenden und „erhellenden“ Öle. In der spirituell/esoterisch orientierten Aromawelt wird die Bergamaotte als eines der „energetischsten“ Öle angesehen.

Hauptinhaltsstoffe Bergamotte, Citrus bergamia:

  •  30-60% Linalylacetat
  • 26,7-42,5% d-Limonen
  • 11-22%  Linalool
  • 0,3-0,4% Furocoumarine
  • (Bergaptol, 5% Bergamottin, Limettin und andere)
  • Methylanthranilat in Spuren
  • Sesquiterpene
  • Aldehyde

Hauptinhalsttoffe Lavendel fein, Lavandula officinalis:

  • 36-53%       Linalylacetat (die entspannenden Ester können bis zu 70 % enthalten sein)
  • 0,24-0,6% Limonen
  • 26-49%       Linalool
  • 0,04%         Coumarin

(Anmerk: die Inhaltsstoffangaben sind nicht vollständig, es soll nur als kurzer Vergleich dienen)

Susanne Fischer-Rizzi weist bereits in ihrem Klassiker „Himmlische Düfte“ über die von Professor Paolo Rovesti in Mailand Mitte des vorigen Jahrhunderts in vivo nachgewiesenen, positiven Einflüsse von Bergamotteöl auf die Psyche bei hysterischen und depressiven Patienten, hin. Hierzu habe ich in den letzten Monaten öfter nach den passenden Publikationen von Paolo Rovesti   gesucht, doch noch nicht gefunden.

Vetiver und Patchouli   bringen stabilisierende und beruhigende Sesquiterpenverbindungen und freundliche Ketone mit. Patchouli  ist ein energetisch schliessendes („dicht“ machendes Öl) und erleichtert darüberhinaus auch bestimmte Umstellungs- und Lebensphasen, hilft bei Abgrenzungsthemen. In Patchouli finden wir zwischen 40-50% Sesquiterpene. Vetiver beeinflusst nicht nur die endokrinen Drüsen, sondern schützt auch vor dem „seelischen Abrutsch“ und „kühlt“ auf tiefe, erdige, ruhige Weise; nimmt ausgleichenden Einfluss auf das weibliche Hormonsystem und kann von daher auch unterstützend für Mädchen in der heute immer früher eintretenden Vorpubertät sein ( in der richtigen Dosierung, der richtigen Häufigkeit und passenden Anwendungsweisen). Von diesem Süßgrasgewächs (Poaceae) Vetiver wissen wir, dass es  in manchen Erdregionen wegen seines bei Trockenperioden Erdreich zusammenhaltenden Wurzelwerks zum Schutz vor Erosionen angebaut wird. 

Als ich diese Mischung zum ersten Mal in einer etwas verzweifelten „Akutsituation“ anwendete, fiel sie mir eigentlich ohne viel Überlegen und Nachdenken ein, wie so viele Mischungen davor. Oft habe ich einfach nach Gefühl, einfach nach dem, was mir gerade in der Sekunde als Allererstes einfiel, an ätherischen Ölen in einer bestimmten Situation verwendet. Meist dann, wenn  einfach gar keine Zeit zum Überlegen war oder wenn mir in einer Beratung oder Wohlfühlbehandlung für Jemanden sofort bestimmte Öle einfielen, waren es genau in dem Moment die Richtigen. Vielleicht geht dies nur, weil ich mich schon  viele Jahre mit Ölen beschäftige und sozusagen die „gelernten“ Schritte für die richtige Ölauswahl einfach manchmal ausfallen mussten. Manchmal haben mich Menschen, Beratungen oder Situationen auch Tage-  und Nächtelang beschäftigt, bis ich irgendwann spätnachts DIE richtige Mischung wusste.  Dies soll aber Niemanden, weder Laienanwender, Lernende oder therapeutisch Tätige aus ähnlichen Berufen dazu verleiten, nun aufeinmal grundsätzlich NUR NOCH nach  – oft auch täuschender Intuition, nämlich dann, wenn sie eher „angelernt“ ist- Gefühl zu wählen und zu entscheiden. Die kognitive Ölauswahl und die dazugehörigen Punkte sind sehr wichtig und geben vor allem Einsteigern in der Aromaarbeit eine wichtige Orientierung! Intuition und „Gefühlsentscheidungen“ benötigen zumindest ein solides Basiswissen über ätherische Öle  und etwas Erfahrungsübung, bei sich selbst sein und Vertrauen in das eigene Wissen. Das braucht einfach etwas Zeit und je öfter und länger man sich mit dem Thema beschäftigt…kommt es irgendwie von ganz allein mit der Zeit.

Obige Mischung mag gewiss nicht in jeder Situation für jeden Menschen/Kind genau passend sein; vielleicht ist sie aber auch eine besonders synergetische, intuitive Entscheidung gewesen. Wie immer ist die Auswahl abhängig von der jeweiligen Befindlichkeit, Persönlichkeit, Familiensituation, Gesundheitszustand, evtl.Medikamentation, Ängstlichkeit…etc und wie gut man das Kind und seine Duftaktzeptanz kennt. Für Kleinkinder würde ich diese Mischung  nicht unbedingt empfehlen – eher ab 8 oder 9 Jahren – hier könnte man auch beispielsweise auf Eliane’s Empfehlung mit Majoran und Mandarine rot (oder nur eine Spur Vetiver plus Mandarine rot), zurückgreifen. Es könnte auch eher eine Mischung sein, die Kamille römisch oder blau enthält oder bei eher angstvollen, Verlassenheitsgefühlen und sich daraus ergebende Aggression, mehr die warm-einhüllenden Düfte wie Benzoe, Tonka oder Myrrhe oder sparsam dosierte Blütenabsolues wie Jasmin- oder Rosenabsolue mit einem milden Zitrusduft.

Bei Jungs habe ich mit dieser Mischung bisher wenig Erfahrung sammeln können, aber ich könnte  mir vorstellen, dass sie ebenfalls gut darauf ansprechen.

Als „Dauerbeduftung oder Dauerbehandlungsöl“ möchte ich diese Mischung auch nicht unbedingt empfehlen; evtl. die Mischung halbieren (für Vetiver aus einer vorbereiteten 1%igen Mischung) und in einem Basisöl als 10ml-Roller für unterwegs.

Das Riechen in der Akutsituation oder an dem Roller unterbricht den augenblicklichen, aufgebrachten Emotionszustand. Da die Duftmoleküle ätherischer Öle innerhalb von 0,2 sec in unserem Limbischen System eintreffen, bleibt also im Grunde nichts Anderes übrig,….als relativ schnell auf die Trockeninhalation eine möglichst positive Reaktion zu zeigen.

Irgendwann einmal in den letzten Monaten fiel mir diese Mischung ein für ein Mädchen, welches durch verschiedenste, von anderen Menschen und Institutionen ausserhalb ihrer Familie stark negativ beeinflussten Lebensveränderungen und massiven Veränderungen in ihre nächsten Umfeld, von einem ganz besonders ausgeglichenen, friedlichen und nahezu über Alles und Jeden Liebe ausschüttenden Kind, sich zu einem sehr verschlossenen, aggressiven und unberechenbarem Volksschulkind entwickelte. Ich kenne das Mädchen schon viele Jahre, sie ist die Tochter einer meiner langjährigsten Freundinnen. Eines Tages rief mich meine Freundin sehr verzweifelt an, ob ich ihr etwas empfehlen könnte (obwohl sie sich soweit ganz gut auskennt mit ätherischen Ölen….und anderen komplementären Methoden).  Es war einerseits ein Experiment,….denn nicht jede möglicherweise passende Mischung oder Öl muss zwangsläufig in einer ähnlichen oder gleichen Situation für ein anderes Kind oder erwachsenen Menschen ebenfalls genau die Richtige sein. Das Mädchen beruhigte sich innerhalb von Minuten und blieb auch noch stundenlang danach relativ ausgeglichen.

Zu Bergamotte habe ich leider bisher so gut wie  von keiner Seite gehört oder gelesen, dass Paolo Rovestis Erfolge später in Psychatrie oder Psychotherapie allgemein, bei der Begleitung von Menschen mit Burn-Out Syndrom oder bei der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen („Kinder-Burn-Out“) in unserem deutschsprachigem Raum gezielt und langfristig weiterverfolgt wurden. Ich könnte mir vorstellen, an dem einen oder anderen Institut hierzu vereinzelt Dokumentationen gibt, wozu ich leider noch nicht viel finden konnte.

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