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pflanzenöle bei neurodermitis – teil 1

21. August 2011

Aus langen Jahren der Neurodermitispflege möchte ich hier eine kleine Zusammenstellung  meiner bescheidenen, praktischen Erfahrungswerte mit meinen Lesern und Leserinnen teilen. Vielleicht finden Sie hier den einen oder anderen Impuls zur Neurodermitispflege.  Dank der schonend und regenerierend wirkenden Pflanzenschätze kann der Alltag für Betroffene mit der Zeit „stressfreier“ werden. Das tägliche Leben und  die Gedanken werden meist durch diesen herausfordernden  Zustand dominiert. Ganz besonders für Kinder ist es immer wieder eine große Belastung für ihr  sich noch entwickelendes Selbstwertgefühl, wenn sie an   sichtbaren Körperstellen, wie zB Hals, Gesicht, Armbeugen, Beinen, unschöne, aufgekratzte Hautzustände haben. Oft gibt es von behandelnden Ärzten auch die Empfehlung für eingeschränkte sportliche Aktivitäten, da das Schwitzen noch mehr unnötige Reizungen verusachen kann. Das schliesst die Kinder aus  schulischen und freizeitlichen Betätigungen aus und wirkt sich ebenfalls negativ auf ihren emotionalen Zustand aus. Babies können sich über ihren unwohligen Hautzustand nur mit Unruhe, Schreien, möglicherweise zu wenigem Trinken von Muttermilch oder Fläschchen, ausdrücken. Aber auch für Erwachsene stellt es meist eine große Einschränkung im Körper- und Selbstwertgefühl dar. Menschliche Beziehungen sind ohnehin eine Herausforderung in unserem Erdenleben. Ganz besonders aber führen chronische Hauterkrankungen, Neurodermitis und andere Hautirritationen meist zu persönlichem Rückzug und Minderwertigkeitsgefühlen in punkto Partnerschaft und Sexualität. 

Die Pflanzenwelt stellt uns so viele Schätze zur Verfügung, um diesen aus dem Lot geratenen Hautzustand – so wie auch andere, ähnliche Zustände- zumindest stark lindern zu können. Die Empfehlungen hier sind natürlich nur einige Tipps einer Laienanwenderin, die weder Dermatologin noch Ärztin ist. Aber ich  habe sehr gute Erfahrungen mit den Mitteln der Pflanzenheilkunde gemacht.  Ohne je daran zu zweifeln und mit dem Vertrauen in die Kraft der Pflanzenschätze habe ich nicht aufgegeben an natürlichen Behandlungswegen dranzubleiben – trotz oft massivem Druck vom Umfeld, einen „normalen“ Arzt aufzusuchen. Spätetens nach den ersten Erfolgen, sobald eine Stabilisierung der Haut und langsame Heilung von aussen sichtbar wird, die Juckreize und blutigen Stellen immer seltener werden, das Gemüt des Betroffenen sich beruhigt……spätestens dann fühlt man die Bestätigung.

Diese Pflanzenanwendungen kosten Kraft, Geduld, Motivation des Betroffenen, sowie meist kleine und langsam erscheinende Erfolge, da die Psyche und das Lebensumfeld einen starken Einfluss nehmen. Ganz egal, ob es sich um Neurodermitis oder andere körperliche, seelische, partnerschaftliche Zustände handelt – jedesmal muss der jeweilige Mensch einen ihm lang vertrauten Emotions- und Körperzustand verlassen. Das erfordert Mut, kann subtile Angstgefühle mit sich bringen, denn jeder kleine Schritt bewegt sich auf einen neuen, unbekannten Zustand zu. Das ist für uns Menschen meist eine große Aufgabe.

Selbstverständlich gibt es viele verschiedene Wege, um bei Hautirritationen Verbesserungen zu erreichen. Anwendungen mit pflanzlichen und ätherischen Ölen, Kräuterbehandlungen sind nur ein Teil der Möglichkeiten.

Meine Erfahrungsjahre mit Neurodermitis eines geliebten Menschen in meinem nähesten Umfeld jedoch haben mir gezeigt, dass es keine für alle Betroffenen „pauschal“ richtigen Mischungen gibt. Es gibt kein allgemeingültiges Patentzrezept. So viele Befindlichkeitsfaktoren und der Lebensrahmen, Alter, Ernährung, sonstige eventuelle Krankheiten, mögliche Allergien, genetische Dispositionen, bisherige Behandlungswege, mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Wasch- und Putzmittel usw spielen eine Rolle. So wie die Meisten von uns Aromapraktikerinnen und auch andere ganzheitliche Behandler soll unsere Achtsamkeit darauf liegen (zB): was sehe ich? wie sieht es aus? wie fühlt sich dieser Mensch, traurig, wütend, selbstbewusst, angstvoll, ausgeglichen, weinerlich, wogegen kann er sich nicht abgrenzen? was möchte heraus aus ihm? Dabei ist egal, ob es sich um Kinder oder Erwachsene handelt.  Daher ist es auch bei Neurodermitis wichtig, mehrere Aspekte des Zustandes anzusehen.

tensidfreie Badezusätze:

Ghassoul oder Rhassoul (hell-mittelbraunes Pulver, traditionelles, marrokkanisches Körper- und Haarreinigunsmittel, erhältlich  bei Rolf Cyranek); als loses Pulver ins eingelaufene Bad streuen – ich verwende Ghassoul pur seit über 15 Jahre; bei Herrn Cyranek ist meiner Ansicht eine der feinsten Ghassoul Erden erhältlich)

  • Rosenhydrolat
  • Vetiverhydrolat
  • Melissenhydrolat
  • Hamamelishydrolat
  • Cystus® Bioteekraut der graubeharrten Cistrose (Cistus incanus): für ein Vollbad ca 1 Liter starken Teesud kochen und dem eingelaufenen Badewasser zugeben (auch für innerlich, tgl 1-3 Tassen oder mit etwas Ahornsirup oder Stevia mit natürlichen Zitrus-, Melissen,- Holundersäften oder pur als Tagesgetränk anstelle der üblichen Säfte)
  • Rotbuschtee ((Rooibus, Aspalathus linearis (Burm.F.), ebenfalls als Teesud, jedoch nicht bei blutig-offenen, wunden und aufgekratzten Hautstellen
  • griechischer Bergtee  (Sideritis scardica), auch als Teesud
  • ölige Badezusätze: 1:1 Erdnußöl (aus ungerösteten Erdnüssen) und Sojaöl oder Jojobawachs; für ältere Kinder und Erwachsene 1-2 EL pro Bad, für Babies ein paar Tropfen bis 1/2 TL, für Kleinkinder und Volksschulkinder 1TL bis 1 EL – als Alternative zu einem  besonders häufig verschriebenen Ölbad, welches zu etwa 50% (oder mehr, je nach Stärke) aus dünnflüssigen Paraffinen, raffiniertem Erdnuß – und Sojaöl unbekannter Herkunft, besteht und selten über lange Sicht hinweg eine tatsächliche Heilung einer Neurodermitis bringt
  • Sheabutter (Vitellaria paradoxa ssp.paradoxa od Vitellaria paradoxa ssp. nilotica) – entweder auf der Heizung oder im vorsichtigem Wasserbad flüssig schmelzen lassen und dem Badewasser zugeben; als feuchtigkeitsregulierender, fettender und schützender Badezusatz,  (Empfehlung nach Oliver Hölliger von Shea WaLe); mit naturbelassener, sauberer Shea oder auf ganz schonende Weise gereinigte Shea kann auf wunde Stellen ebenfalls ein Shea-Umschlag sozusagen gemacht werden; ist die Stelle auch eitrig, würde ich eine Salbe herstellen mit 1:1 Shea und Callophyllum inophyllum; allerdings ist Shea oder eine damit hergestellte Salbe zB etwas kühlend mit Virgin Coconut Oil oder anderen, kaltgepressten pflanzlichen Ölen die einzige „Salbe“, die ich auf wunde, blutig-eitrige Hautstellen empfehlen würde – wobei man auch hier als oberstes Gebot akzeptieren muss, ob der betroffene Mensch das überhaupt annimmt, auftragen lässt oder es als abstossend empfindet, dann sollte man ihn lassen und gar nichts tun oder eine andere Mischung/Öl probieren. Manchmal geht es auch leichter, wenn wir das Kind oder den erwachsenen Menschen dazu animieren könnten, selbst die lindernden Anwendungen zu machen. Dadurch beschäftigt er sich SELBST mit sich, dem Körper und der Haut. Das bedeutet dann auch einen kleinen Schritt in die eigenverantwortliche Beschäftigung mit sich selbst.
  • Meersalz, unraffiniertes, naturbelassenes Meersalz (aus Naturkostläden, zB mit einem Restanteil Algen oder zB bei feeling) verwenden oder allerfeinstes Steinsalz aus europäischem Bergsalz – meine Erfahrung ist, dass Meersalzbäder bei blutig-offenen Hautzuständen auch brennen können, was wieder zum Gefühl des Juckreizes führt und letztendlich auch abgelehnt werden kann

zur Linderung des Juckreizes:

  • Reizhautöl von WADI Etherische Oele, die hautberuhigenden und regenierenden, antibakteriellen ätherischen Öle der Cistrose, Lavendel fein, Rose und Teebaum, Thymian sind 1%ig in einem Gemisch aus Jojobawachs, Hanföl und Vitamin E vereint (lt Angabe im Produktkatalog)
  • CUTION® spag. von Pekana Lotion äußerlich
  • DERCUT CUTRO® spag. von Pekana Tropfen
  • TO-EX ®spag. Peka N Tropfen, unterstützend im Falle von gleichzeitiger Gewebeübersäuerung zur Entgiftung ( eine Übersäuerung des Körpers kann oft schon bei Kindern, zB durch ungünstige Ernährun auftreten; bei offenen, wunden, dauerhaft aufgekratzten, geröteten Hautstellen regelmäßiges Besprühen mit möglichst lauwarmem Rosenhydrolat oder eine kleine Menge Ghassoul – in einem geeigneten Gefäß, das groß genug ist, um die aufquellende Paste aufzunehmen- mit etwa 3x soviel Rosen-, Lavendel-, Immortelle-, Cistrosenhydrolat oder schwach zubereitetem Cystus-Tee angiessen; etwa eine viertelstunde bis zwanzig Minuten stehenlassen; dann an den betroffenen Hautstellen einen Umschlag damit machen für etwa 15 min. Verbleibt der Umschlag zulange auf der Hautstelle, trocknet er und kann beim Betroffenen das Gefühl von Juckreiz entstehen lassen – das ist jedoch meist eher das eigene Gefühl und hängt auch von der persönlichen Sensibiliät ab -, danach einen sauberen, dünnen Waschlappen oder feines Baumwolltuch in lauwarmen Wasser 1:1 mit Rosenhydrolat tränken und die Reste der Paste abnehmen; danach mit der entsprechenden, reizfreien sanften Pflege einstreichen. Meine Erfahrung ist, dass es die oder der Betroffene danach auch gar nichts auf die Haut möchten.  
  • bei sehr hoher Hautsensibiliät und vehementer Ablehnung gegenüber Wasser und Berührung und starken wunden Stellen: sanfte Waschungen mit verschiedenen Kräuterteezubereitungen, mit einer dem Wasser zugegeben Mischung von Hamamelis- und Rosenhydrolat. Die Rose kühlt und duftet herrlich, besänftigt; die Hamamelis wirkt adstringierend und entzündungshemmend oder:  (ein Tipp eines sehr freundlichen Bio-Laden Besitzers vor sehr vielen Jahren, aus dem Ayurvedischen): ungeröstetes Bio-Sesamöl auf  Hauttemperatur erwärmen, dann den ganzen Körper damit sanft und vorsichtig möglichst satt einölen. Mögliclhst ein paar Minuten auf dem Körper lassen und dann entweder mit einem mit warmem Wasser gut getränkten Waschlappen alles abnehmen oder vorsichtig mit sanft eingestellter Dusche warm abduschen. Sofort in ein vorbereitetes, warmes Handtuch einhüllen, danach warme, saubere, weiche Kleidung anziehen. Bei dieser Anwendung ist es wichtig, dass der Betroffene nicht friert und er sich die ganze Zeit über warm, sicher und eingehüllt fühlt. Besonders bei Kindern ist dies wichtig, sonst wird die Anwendung für das nächste Mal abgelehnt.

    Borago officinalis © m.micik

fette Pflanzenöle zur Pflege und inneren Einnahme:

die allerwichtigsten Helfer unter den Pflanzenölen sind das Borretschsamen- und Nachtkerzenöl. Sie enthalten beide einen besonders hohen Anteil der stark hautregenerierenden und h0rmonell ausgleichenden Gamma-Linolensäure. Diese  finden wir auch in der menschlichen Muttermilch und in Ziegenmilch. Meiner Erfahrung nach können durch die regelmässige, innere Einnahme effizientere Erfolge auftreten,  als in Beimischungen für die äussere Anwendung. Das Nachtkerzenöl kommt mir in seiner Konsistenz und Wirkung etwas „schwerer“, ernster, vor als das Öl der Borretschsamen. Vielleicht mehr ein Öl für Erwachsene? Das Borretschsamenöl empfinde ich als „leichter“ und stellte im Laufe der Jahre immer wieder „kleine Wunder“  auf den Haut- und Gemütszustand fest, bei innerer Einnahme. Bereits innerhalb von Tagen kann manchmal (1-2 halbe TL pro Tag) eine deutliche Verbesserung des Hautzustandes und des Juckreizes beobachtet werden (sich schliessen von offenen Hautstellen, schnelleres Abheilen wunder Stellen, Minderung des Juckreizes). Für Säuglinge genügen ein paar Tropfen tgl in eines der Fläschchen am Tag.

  • Borretschsamenöl, Borago officinalis
  • Nachtkerzenöl, Oenothera biennis
  • Callophyllum inophyllum, Callophyllum Inophyllum (bei dauerhafter und sehr häufiger Anwendung, ist der Duft dieses zähflüssigen, grünlichen Pflanzenöles sehr intensiv, durchdringend und lässt sich auch beim Waschen – mit ökologischen Waschmitteln – kaum aus Kleidung und Bettwäsche herausbringen. Kleidung kann bis zu vielen Jahren nach der Anwendung, selbst nach vielen Wäschen, noch immer intensiv duften, nicht innerlich einnehmen). Es ist jedoch neben seiner antiviralen Wirkweise, eines der wichtigsten Öle bei eitrigen Hautzuständen und somit eine echte Alternative zu Zink- und Cortisonsalben. In seinen südpazifischen Heimatgebieten wird es Universalheilöl für verschiedenste Beschwerden eingesetzt (erhältlich ua. bei feeling, maienfelser, WADI und Ronald Reike)
  • Kokos, Virgin Coconut Oil, Cocos nucifera
  • Shea, Vitellaria ssp.paradoxa, Vitttelaria ssp.nilotica
  • Sanddornfruchtfleischöl, Hippophae rhamnoides L.
  • Kukuinuss, Aleurites moluccana (L.) Willd., dieses leichte, hellgelbe Öl und sein Duft wird lieber von Kindern und Jugendlichen angenommen als die kühlen Fertigpräparate; es duftet leicht nach orange, ist aber nicht so intensiv wie das Sanddornfruchtfleischöl. Kukuinussöl zählt zu den besonders regenerativen fetten Pflanzenölen, enthält wie einige andere Pflanzenöle auch die Vitamine A, B, und E und kann auch als pures Pflegeöl an betroffenen Körperstellen, als Badezusatz oder Ganzkörperpflege verwendet werden. Reines Kukuninussöl ist erhältlich zB bei Maienfelser Naturkosmetik, bei Martina Gebhardt eine wohlduftende Kukuinussöl-Mischung, die eigentlich ein Sonnenöl ist -eine Mischung mit Kokos- und Sesamöl, Vitamin E, Vanille, Karottensamen u.a. – ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
  • Hanf, Cannabis sativa L.
  • Wildrose, Rosa rubiginosa L.
  • Erdnuss, Arachis hypogaea L., (aus ungerösteten Erdnüssen) es ist ebenfalls ein besonders vitamin- udn mineraltsoffhaltiges, schwefelige Verbindungen enthaltendes Pflanzenöl. Es hat einen hohen Vitamin B6 nd Zinkgehalt. Nach der niederländischen Aromatherapeutin Ellen Asjes reinigt es die Lymphbahnen. Sie empfiehlt es auch zur Behandlung bei Akne. Als Reinigungsölmischungen für das Gesicht und in einhüllenden Körperölmischungen.
  • Macadamianuss, Macadamia integrifolia Maiden, nährendes Öl, enthält ca 20% der regenierenden Palmitoleinsäure (kleine Mengen mit anderen Ölen wie Mandel oder dem Jojoba mischen)
  • Schwarzkümmelöl, Nigella sativa L. – ist die Neurodermitis allergiebedingt oder wird nach langer Dauer immer wieder von allergischen Zuständen begleitet, kann Schwarzkümmelöl in die Körperölmischungen gegeben werden und eignet sich in kleinen Mengen für die innere Einnahme. Es wirkt antihistaminisch und antiallergisch, ausgleichend auf das Immunsystem und kann zB, so wie die anderne fetten Pflanzenöle auch, ganz unauffällig täglich in die Speisen gemischt, sodass vor allem Kinder nicht ständig mit „Einnehmen“ traktiert werden müssen. Der Hauptinhaltsstoff Nigellon wirkt beruhigend bei Bronchitis-Zuständen und deren Krämpfen. Daher ist es auch ganz besonders hilfreich, bei asthmatischen Zuständen, von der gerade kindliche Neurodermitis oftmals begleitet wird; mehr zum Nachlesen, zB hier

ätherische Öle:

  • Manuka, Leptospermum scoparium J.R. Forst. et G. Forst
  • Teebaum, Melaleuca alternifolia (Maid. et Bet) Cheel
  • Sandelholz, Santalum album L.
  • Narde,  Narodstachys jatamansi
  • Vetiver, Vetivera zizanoides (L.) Nash
  • Patschouli, Pogostemon cablin (Blanco Benth)
  • Lavendel extra, Lavandula angustifolia Mill.
  • Kamille blau, Matricaria recutita L.; Eliane hat hierzu in ihrem Blog auf eine Studie hingewiesen, wer mag, kann dazu hier   nachlesen
  • Immortelle, Helichrysum italicum (Roth) D.Don
  • Karottensamenöl, Daucus carota L.
  • Bergamotte gepresst, Citrus bergamia Risso et Poit; bei Bergamotte ist es ganz besonders wichtig zur Minimierung von möglichen Pestizidbelastungen sehr frisches Öl aus der Schale gepresstes Öl aus k.b.A. zu verwenden; sparsam dosieren (Bergamotte hat aufgrund seines Furocoumaringehaltes zu den photosensibilisierenden Ölen und wird deswegen  in Aromaanwendungen stets mit einem sehr großen Ausrufezeichen empfohlen, also für „mindenstens 8 Stunden“ keine UV-Bestrahlung; gleichzeitig aber ist Bergamotte ein wirksames Öl bei durch Streptokokkenbefall verursachten Infektionen und wird in Frankreich in bestimmten Zubereitungen bei unterschiedlichsten Hauterkrankungen eingesetzt. Bei Neurodermitis liegt häufig ein Streptokokkenbefall vor, die durch das häufige Kratzen weiter am ganzen Körper verteilt werden, durch abfallende Hautschüppchen auch im Bettzeug, der Kleidung und kleinste Hauttreste und Bakterien auch unter den Nägeln verbleiben und sich somit fast überall verteilen können; Superinfektionen und Pilzbefall der Haut sind plus dem ohnehin geschwächten Immunsystem leicht möglich. In geeigneter Mischung ist Bergamotte jedoch ein hautregenerierendes ähterisches Öl, welches dazu noch durch seinen hohen Linalylacetat und Linalool-Anteil  entspannende und schmerzlindernde Eigenschaften mitbringt. Es beruhigt die Psyche und zählt zu den stimmungsaufhellenden Ölen
  • Cistrose, Cistus ladanifer L.
  • Zimtrindenöl (!), Cinnamomum zeylanicum Blume, cort., (sparsamst dosieren) es kann zwischen 35-75% Zimtaldehyd enthalten, welches stark antibakteriell. An der TU München wurden vor einigen Jahren in einer  Studie durch das Team um  Professor Dietrich Wabner  positive Wirkungen bei Neurodermitis beobachtet.  Dieses Projekt musste frühzeitig abgebrochen werden. Bei Interesse über die Ergebnisse und kann hier  Kontakt aufgenommen werden.
  • Niaouli, Melaleuca viridiflora Sol. ex Gaertn – bei gleichzeitigen allergischen Zuständen ein beruhigendes ätherisches Öl

fertige Produkte aus der Naturkosmetik:

  • DADO SENS – diese Serie wird in den letzten Jahren häufig zur Pflege von Neurodermitis-Haut empfohlen; persönlich hatte ich die einzelnen Produkte dieser Serie nicht in  Anwendung, bekam aber von Kolleginnen aus der Naturkosmetik die Rückmeldung, dass es eine hohe positive Resonanz auf die dadosens-Linie gibt)
  • ambient – Schutzbalsam für Mutter und Baby (sehr reichhaltig und nährend, sehr fettend)
  • arteverde – Basisbalsam (mit Shea, einer Spur Sandelholz und Benzoe, Mandelöl und weiteren milden Zutaten, eine sehr milder, bestens verträglicher und vielseitig anwendbarer Balsam, auch zur Babypflege geeignet)
  • Pharmos – Aloe Vera Pflege, frei von konservierungsmitteln und Duftstoffen

Diese Empfehlungen sind selbstverständlich nur ein paar Beispiele. Fast alle renommierten Naturkosmetikfirmen und ätherisch Ölanbieter haben für die Pflege und Linderung von Neurodermitis hervorragende Öle und deren Mischungen im Angebot. Manche bieten auf Anfrage und nach eingehender Beratung auch individuell gefertigte Pflegemischungen an. Auch bei den Fertigprodukten empfehle ich dennoch, sich für eine ausführliche Beratung Zeit zu nehmen, zB in einem kompetenten Naturkosmetikgeschäft wie bei Manuela Weber’s Haut und Seele in Linz oder einem der neueren, gut sortierten Reformhäuser wie Reformhaus Martin, deren Mitarbeiter sehr gute geschult sind. Jede Haut reagiert anders und jeder Neurodermitiker hat seiner Haut, dem Körper und seinen Gefühlen einen Korb voller Informationen im Laufe der Jahre mitgegeben, die mitverantwortlich sind für spätere Reaktionen.  Bei der Suche nach einem passenden Fertig-Pflegeprodukt ist  es wichtig, GENAU auf die „natürlichen Inhaltsstoffe“  hinzuschauen.

Bei der Auswahl der Öle sollten wir auf  jeden Fall auf biologische Qualität achten, soweit erhältlich.

Ich habe immer wieder festgestellt, dass Menschen mit langjähriger Neurodermitis eine ganz besonders sensibilisierte Sinneswahrnehmung haben und sowohl der Duft ätherischer Öle als auch der alleinige von fetten Pflanzenölen leicht als zu intensiv empfunden wird und auf Ablehnung stösst . Es ist oft ausreichend nur mit fetten Ölmischungen zu pflegen, ohne ätherische Öle beizufügen oder diese ganz besonders sparsam zu dosieren.

Über die Raumbeduftung mittels Duftlampen oder Raumsprays sind unsere bekannten, freundlichen, stimmungsaufhellenden, entspannenden und entkrampfenden ätherischen Öle zur Stelle, zB.: Grapefruit extra, Mandarine rot, Kamille römisch, Bergamotte, Orange süß, Ylang Ylang extra oder complet, Neroli, Rosa damascena;  stabilisierende: Manuka, Atlaszeder, blaue Kamille, Sandelholz, Patchouli

Wer im übrigen mal einen Blick darauf werfen möchte, welche Inhaltsstoffe sich so in handelsüblichen Apotheken-Basis-Salben, die u.a. zur Behandlung von Neurodermitis verschrieben werden und individuell auf Rezept gemischt werden, kann das hier im öffentlich einsehbaren pdf von oedgka.at (zB Seite 50, Ultrabas) gerne tun.

Allein der Umstieg auf natürliche Pflegemittel kann schon einen Fortschritt für den Haut- und Seelenzustand bedeuten. Unerlässlich ist jedoch auch die innere Spurensuche, für Kinder mit Hilfe ihrer Eltern. Alle entstressenden und entspannenden Schritte sind ebenfalls sehr förderlich zur langsamen Heilung.

Bald mehr in Teil 2……

 

 

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