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orangenpolenta & die „maismutter“

31. Oktober 2011

Ich bin schon wieder spät dran…mit meinem Post, den ich schon vor zwei Wochen schreiben wollte…..aber vielleicht findet es ja doch noch den einen oder anderen Empfänger oder Empfängerin, die sich von dieser Idee als  Programmpunkt in Kiga, Schule oder Hort angesprochen fühlen…

Erntedank und DANK ist zeitlos….vielleicht passt es dann im nächsten Jahr – doch ein kleines Projekt mit Orangenöl und Mais  (Zea mays ssp. mays L.) hätte auch noch Platz in den nächsten Wochen bis zum Adventbeginn – es gibt jetzt noch die wunderschönen gelben und ockergelben Blätter der Zierkirschenbäume und der Platanen, die dunkelroten des Weinlaubs und der Blutbuchen……

Die Wochen der ursprünglich traditionellen Erntedankzeit in unserem Kulturkreis gehen langsam zu Ende und wieder habe ich das Gefühl, die Zeit schreitet  immer schneller voran….

ORANGENPOLENTA (von mir..) und die Duftgeschichte der Maismutter nach Iris Jermann: 

Orangenpolenta:

  • Polenta nach Rezept für ein großes Blech zubereiten
  • vor dem Aufstreichen zum Abkühlen aus einer Mischung mit 50ml ungeröstetem Sesam- oder Rapsöl/8 Tr Orange süß k.b.A.  1-2 EL in die Masse einrühren
  • nach dem Abkühlen auf großen, runden Tellern eine gleichmässige Polentamasse verteilen (oder gleich zum Abkühlen auf dem Teller oder der jeweiligen Unterlage verstreichen)
  • aus einer vorbereiteten Mischung von 20ml Sanddornfruchtfleischöl bio und 5-7 Tropfen Orange süß k.b.A. ab der Mitte des Breis eine Spirale oder Sonne wie gezeichnet aufträufeln oder vorsichtig mit einem TL oder aus einem geeigneten Becherglas dieses Muster ausgiessen
  • der Rand könnte mit grünen und auberginefarbenen Oliven, dünn geschnittenen roten und gelben Paprika oder, wenn es noch welche gibt, mit Melissen- , Koriander- oder Blattpetersilieblättern verzieren, evtl. noch etwas feine Kokosraspeln zwischen der Spirale oder am Rand verstreuen
  • der Polentabrei selbst kann pikant oder süß zubereitet werden, die Orangen-Variante passt zu Beiden (pikant: zB ganz fein gewürfelte rote zwiebeln anrösten, mildes, glutamatfreies suppengewürz oder Kräutersalz, evtl. ganz fein gewürfelte, kurz gedünstete Tomaten zusammen in die Masse einrühren)
  • den ganzen Tisch drumherum könnten wir mit duftenden Wurzelgemüsen, zB: Schwarzwurzeln, Petersilienwurzeln, Karotten, Topinambur, Süßkartoffeln, Nadelzweigen, bunten Blättern von Draussen und abgefallenen Zapfen, die wir zur Zeit auf den Wegen so finden dekorieren – fertig (alle Zutaten könnten gemeinsam mit den Kindern vorher eingekauft werden, die Naturmaterialien gemeinsam suchen; für ältere Kinder könnte der Einkaufsauftrag auch als selbständige Aufgabe vom Aufschreiben bis zum Besorgen und Auspacken übertragen werden)
  • als Duft könnten wir einen Raumspray mit nadelig-erdig-fruchtigen Düften herstellen und vor dem Fest den Raum aussprühen oder in die Duftlampe, z.B.:  1 Tr Douglasie, 1 Tr Immortelle, 2 Tr Orange süß k.b.A. 2-3 Tr Litsea Cubeba (je nach Raumgröße und gewünschter Duftintensität)
  • dazu passt als Getränk: der milde und leicht süßliche schmeckende Maishartee, den wir mit ein wenig Ahorn-Orangensirup aromatisieren und süßen können (3 TL Ahornsirup, 1 Tr Orange süß  k.b.A.); in der TCM wird Maishaartee u.a. als bekömmliches, magen-darm-beruhigendes, harmonisierendes, regulierend und ausgleichend wirkendes Tagesgetränk für die ganze Familie empfohlen
  • oder: Tee aus getrockneten Bio-Orangenschalen, oder getrockneten Neroliblüten oder mit einer Mischung aus Mandarine rot/Orange süß aromatisierter Rotbuschtee (je 2 Tr auf 100g, einige Wochen in einem geeigneten Gefäß durchziehen lassen, immer wieder schütteln)

dazu passt die zeitlose Geschichte der „Maismutter“ aus dem Buch von Iris Jerman „Immer der Nase nach“, Someo Verlag 1994; hier eine kurze Zusammenfassung:

Nach der Entstehung der Welt lebten indianische Gemeinschaften in ihren Tipis, gingen ihrer Lebensweise nach und fanden in der Natur alles, was sie zum Leben benötigten.

Eines Tages erscheint eine Alte aus den Wäldern, die ihnen seltsam vorkommt. Ihrer Bitte nach Unterkunft und Essen wird erst in der dritten Gemeinschaft ein Platz gewährt.  Dort bleibt sie für eine Weile, hütet das Feuer, damit es nicht ausgeht, darf beim Feuer schlafen, der Stamm teilt das Essen und seine Lebenstage mit ihr.  Täglich kocht sie für Alle einen gelblich gefärbten, wohlduftenden und besonders sättigenden Brei. So sind die Kinder des Stammes schon versorgt, wenn die Mütter und Väter von ihren Jagd-und Sammeltätigkeit zurückkehren. Dieses Gericht schien sättigender und leckerer zu sein als die üblichen Wurzelsuppen. Doch niemand konnte herausfinden, wer diese wohlwollende,  friedliche Alte war und woher sie all den köstlichen Brei hervorzauberte.  Sie nahmen wieder mit ihren üblichen Gerichten von Wurzelsuppe, Kräutergerichten und dem Fleisch der Jagd vorlieb, denn die Alte hatte sie ohne das Geheimnis dieses Brei-Rezeptes preiszugeben, verlassen.

Eines Tages war sie also fort. Jahre zogen ins Land und der ganze Stamm vermisste diese liebe Alte. Auch der Stamm zog fort in den Wanderkreis der Jahre, bis sie nach vielen Jahren am damaligen Platz wieder angelangt waren.  Einem Mädchen von damals, das  inzwischen zu einer jungen Frau geworden war, zeigte sich die Botschaft der Alten im Traum. Mit ihrem Wissen des Spurenlesens und des Draußen-Lebens machte sich die junge Frau auf den Weg, um die Alte und ihr Geheimnis zu finden. Sie folgt dem Lauf eines Wassers und den Wegen der Wälder.  Eines frühen morgens, zwischen den Toren der Wirklichkeiten, erscheint ihr die Alte mit wundervoll, hell strahlendem, gelb-leuchtenden Haar.

Die Alte möchte nicht mit ins Lager zurück, anstelle dessen gibt sie der jungen Indianerin Anleitung, was sie mit dem großen Sack Körnern tun sollen, den sie ihr im Wald übergibt.  Sie gibt sich ihr als MAISMUTTER zu erkennen und zeigt ihr, wie sie mit dem Grabstock die Erde lockern soll, damit sie die Samen auf einer lichten, großflächigen Stelle in die Erde setzen kann. Sie erklärt ihr das Wachstum des Mais, die Verabeitung zu Maismehl, das Kochen des Breis und die Verwendung der Maiskörner und ganzen Kolben. Das Masihaar ist das wesenhafte Haar der Alten – nach all diesen Botschaften geht sie in ihre Welten nach Hause; die Indianerin kehrt in das Lager zurück, mit dem großen Sack Masikörner und erzählt ihre Begegnung beim Feuer der ganzen Gemeinschaft.

So führten die indianischen Völker die Tradition des Maisanbaus fort, behielten stets genügend Samen für die Ernte und hatten eine neue, sättigende Quelle für Ihre Nahrung. Sie ehrten die Maismutter und wissen, dass die Maismsutter aus ihren Welten über sie wacht, solange der Mais nicht ohne das Maishaar wächst.

Bis heute kennen die indianischen Kulturen diese Geschichte. Ursprünglich soll sie aus der Tradition der Creek-Indianer stammen; ob das so stimmt, kann ich nicht sagen.

Im Internet habe ich verschiedene Varianten dieser Geschichte gefunden – wobei die Rolle der jungen Indianerfrau die eines jungen Kriegers ist, der seinen Mut und die Botschaft durch die Umwandlung im Feuer bestehen muss und alles etwas „grober“ zugeht.

Mir gefällt diese „sanftere“ Variante von Iris Jerman besser und zur Abwechslung ist einmal nicht ein männlicher Krieger, sondern eine kluge, junge Frau, die auf Ihre Intuition und ihre Träume hört.

In dieser symbolträchtigen Geschichte lässt sich auch ein mehrwöchiges Projekt oder ein paar-Tage-Projekt “ einpacken!  Angepasst an das jeweilige Alter der Kinder inklusive der Verbindung von leichten „Outdoorkativitäten…“ – denn auch jetzt im Herbst und Winter könnten wir uns auf die Suche begeben, welches kultivierte und wilde Wurzelgemüse (z.B das der wilden Möhre?  deren Samen uns in der Aromatherapie das besonders hautregenerierende Karottensamenöl schenken, wächst sie noch um diese Zeit? Können wir ihre Wurzeln noch ausgraben..?) ..es denn noch gibt und ob wir gar im Winter noch Einiges finden… Zur Orange und zum Mais könnten wir altersgerecht aufbereitet verschiedenste Themen wie Biologie, Geologie…Botanik, gesunde Ernährung…Naturverbindungen, Geschichtliches (zB wie haben die indianischen Stämme gelebt…was ist vorgefallen in der Geschichte des amerikanischen Kontinents..welche Überlieferungen, Kräuter, Regeln des Zusammenlebens gab es und wie leben sie heute)…Die „Kontrolle“ für Pädagogen in der Schule/Hort könnte das Vorspielen der Geschichte unter Einbindung der Ergebnisse, welche die Kinder herausgefunden haben oder ein Form einer altersgerechten Präsentation sein.  Im Sinne einer interkulturellen Betreuung, ist es bereichernd, die verschiedenen Erntedank-Zeremonien und Gerichte einer Nation und Religion miteinzubringen…..das respektiert und ehrt nicht nur die anderen Lebensweisen, sondern fördert auch gegenseitige Aktzeptanz, Sprachförderung  inklusive! Ganz nebenbei zerstreuen sich auch die Aufmerksamkeiten verhaltensauffälliger Kinder, da sie sich intensiv auf bestimmte Themen konzentrieren sollen. Die focussierte Konzentration mit dem parallelen Einsatz von entspannenden Düften hilft Ihnen dabei, ruhiger zu werden.

oder das Projekt mit Fragen anleiten wie…:

woher kommt eigentlich der Mais, wie wird gentechnisch unveränderte Mais angebaut….welche Weltkonzerne erlauben den Anbau in Entwicklungsländern….(zB eher für Kinder im Teenageralter zum Thema Fairt Trade, soziale Nachhaltigkeit….) welche gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe hat der Mais und der Masihaartee? Was passiert mit getrockneten Maiskolben..

Wo kommt die Orange eigentlich her, ….? Wie wird das lecker duftende Öl gewonnen…., wie wird Orangenlimonade gemacht? Warum wächst sie nicht bei uns…welche anderen Zitrusbäume gibt es….welche Geschichten….sind da Vitamine drin`? Wie heissen diese und wofür sind sie gut…?

Dies Alles liesse sich mit etwas Einfallsreichtum und guter Vorbereitung ganz wunderbar als offener, fächerübergreifender Unterricht inklusive Förderung der Sozialkompetenzen, Neugierde, selbständiges Arbeiten. schreibtechnische Qualitäten, der Umgang mit Nachschalgewerken und modernen Medien sowie Eigenorganisation der Kinder umsetzen. Die Geschichte eignet sich ganz wunderbar am Tag des Erntedankfestes als spontanes oder eingeübtes Rollenspiel (bei welchem zB die älteren Schüler die Mütter und Väter sind, der älteste Schüler ist die „Alte“, die Kleinen sind die Kinder….draussen im Garten könnte man ein „Tipi“ gemeinsam gestalten, ganz einfach aus Holztstangen und bemalten Stoffteilen….) begleitet mit Szene-passenden Düften. Es ist ganz leicht…..Man könnte die Maiskolben gemeinsam kochen – gekochter Mais hält sich bis zu zwei Tage im Topf mit dem gekochten Wasser, woraus sich auch eine leichte Kräutersuppe mit orangefarbenen, kleinen Karottenscheibchen zubereiten lässt.

Die Gruppen- oder Klassenräume könnten in diesen Wochen mit den Farben der Orange, herbstlichen Tönen und Naturmaterialien geschmückt werden. Die Räume abwechselnd oder in Mischung mit erdigen Noten wie Patchouli, Vetiver, Narde und fruchtigen Noten wie der harmonisierenden Orange intervallweise beduften. Sogar das Herstellen einer einfachen „Sonnen-Maissalbe“ oder kleinen Duftrollern aus natürlichen Rohstoffen mit Bio-Orangenöl k.b.A. kann in das Projekt miteingebaut werden.

Iris Jerman beschreibt als Vorbereitung und  Umsetzung das Malen der Alten und des Maises auf Tonpapier, dem Kochen Mais (das dauert ein paar Stunden…) und einem wunderschönen, vorbereiteten Räucherritual mit einem Salbeiblatt für jedes Kind, Teelichter in der Mitt des Kreises als „Feuerersatz“, bei dem wir unsere „Lagerfeuer-Geschichte “ dann erzählen…..wer mit Urtontrommeln arbeitet, kann die Stimmung mit sanften Trommeltönen unterstreichen. Beginnen können wir den Kreis auch mit einer kurzen Danksagung von jedem Kind, das etwas sagen möchte. Gestalten wir es als Projekt, könnte jeden Morgen vor Beginn des Programms eine klein Dankes-Runde eingewöhnt werden.

Möchte man eine „professionellere“ Gestaltung,  kann man sich von aussen professionelle Kräuterfachmenschen, schamanisch arbeitende Pädagogen, Märchenerzähler oder Künstler engagieren – doch es geht auch ohne – mit Pflanzen- und Wildkräuterhandbuch, Aromatherapie und ein paar engagierten Pädagogen.

In unserer Region zB.:

  • Sabin, die Waldfee, Kräuterfachfrau und schamanisch Arbeitende
  • Mag. Roland Urban, Kräuterpädagoge und Schamane, Psychologe und professionelle, langjährige Erfahrung in der Betreuung von Jugendlichen mit ausserordentlichem Unterstützungsbedarf; Diplomarbeit zu Psychologie & Schamanismus
  • Natur & W idlnisschule der Alpen (zwar in Tirol…sie kommen aber gern auch zu uns für zB 3-Tages-Projekte, eine der besten Wildnisschulen)
  • Native Land, Franz Prameshuber und Dr. Sylvia Stockhammer

Wer die Geschichte „ganz genau“ nachlesen möchte, darf sich dem Abenteuer hingeben, in einem Bücherantiquariat entweder das wundervolle Buch noch zu bekommen.

Das Grundgerüst dieser vorbereitenden Arbeitsweise in Anlehung an reformpädagogische Modelle eignet sich auch für die Umsetzung in sozialpädagogischen Einrichtungen, die sich oftmals zu sehr auf drei oder vier gängige, anerkannte Therapiemethoden festgelegt haben.

Mit der Förderung der Naturverbundenheit, dem Werkzeug des Story-Telling und dem Verbinden von Sinneserfahrungen (selbst Tun, Riechen, Schmecken) mit geistigem Input, sorgen wir in besonderem Maße nicht nur für nachhaltiges Lernen, sondern auch für eine positiv besetzte Lernatmosphäre.

Den Übergang in die Adventzeit können wir mit den vanillig-balsamischen- harzigen Düften wie zB Benzoe, Tonka, Myrrhe, Vanille abs. oder Styrax, sehr wenig Zimtblatt und fruchtigen Noten,  einfliessen lassen…..

Es ist ganz ganz easy…..:-), so ein kleines Projekt… ich rieche schon das Feuer, den Orangenduft und den Duft der Herbsterde.

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One Comment leave one →
  1. Eliane Zimmermann permalink
    6. November 2011 18:48

    wie schade, dass es das buch von Iris jermann nicht mehr gibt…. die Seite scheint wieder in Ordnung zu sein, keine Störungen für mich erkennbar.

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