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der geheime honig-duftgarten in frankfurt-bonames

4. September 2012

Eigentlich wollten wir nur zur S-Bahn in Richtung Frankfurter Innenstadt für einen Bummel, als meine Tochter und ich von unserer Gastgeberin in Frankfurt-Bonames losgingen. Während des Wartens auf meine Tochter, die etwas im Haus vergessen hatte, konnte ich dem neben den S-Bahngleisen dem verwunschenen Weg zwischen dichten Sträuchern, Bäumen, nicht widerstehen…bis mich eine kleine Kreidetafel mit der Aufschrift Honig anzog……es war ein altes gußeisernes Tor, durch das man in einen Seele öffnenden und verzaubernden Garten kam……gefüllt mit einem Meer der Pflanzenvielfalt, ohne zu wissen wo man als Erstes hinsehen sollte……es war fast ein wenig heilig in Mišo Banglajev’s Honig-Duftgarten einzutreten…..der Eingang und Steinweg zum weiter hinten und selbst umgebauten Ziegelhaus erinnerte mich an die alten Häuser in den Dörfern meiner Heimat…….Kaum konnten Augen, Herz und Seele erfassen, was es alles gab in diesem botanisch fülligen, von Bienenhäuschen auf Holzstelzen entlang der Gartenmauern umrandeten Pflanzen- und Duftvielfalt…….dem leisen Summen der Bienen, die keinerlei Anstalten machten besonders auffällig zu sein…..außer bei meinem zweiten Besuch, der fast drei Stunden dauerte, weil wir vom Gastgeber bei Wasser in handgemachten grüngetönten Wassergläsern auf einem hellen, riesigen Vollholztisch auf der Steinterasse mitten vor der Haustür wie in einer sicheren Laube, zwischen Feigenbäumchen, Kiwisträuchern, Lotusteich…Bienen, einem riesigen Sonnenschirm mitten aus dem Tisch ragend….einem gemauerten Grillkamin, der befüllt war mit Pflanzen und Kakteenarten aus Mallorca, …..und anderen Jungpflanzen von… ich weiß nicht mehr woher…, verschiedensten Pinien und  anderen Kieferngewächsen, …die mitten in Frankfurt normalerweise nicht gedeihen würden…….Tontöpfe…Bruchstücke…riesige Rhododendren, selbstausgesäter und gesetzter Borretsch…uns nicht gehen liessen……“….Mišo – wenn Du das hier lesen solltest..bitte heb mir ein paar Borretschsamen auf.„………fast fühlte  ich mich versetzt in Anastasia’s Welt, die sagt,….wer weiß, wie man ein hölzernes Bienenhaus richtig baut und kosmisch richtig aufstellt……und mit den Bienen umgehen kann…der weiß viel über das Leben und das Universum……idealerweise sollten die Holzhäuschen…“ in Richtung Sonne sollten sie ausgerichtet sein…“ meinte der Bonameser Imker, das ginge in seinem Garten leider nicht für alle Häuschen ….

Unser Gesprächsstoff wollte kein Ende nehmen..beim zweiten Besuch  holte er beim Tisch seine Schätze an äthersichen Ölen heraus – und testete gleich mal meinen Riechsinn – die er für die  Imkerarbeit braucht…..wie z.B. Nelkenöl…..(hab ich vergessen wofür genau…)…….sein Großvater in Kroatien überlieferte ihm das Wissen über ganzheitliche Imkerarbeit….,
Teebaumöl von Thursday Plantation, Nelkenöl…, heilende Thymian-Tinkturzubereitungen (…ich schaffte es weder….alles mit meiner kleinen Kamera festzuhalten…., noch mir irgendwas aufzuschreiben, außer seinen Namen…..es gibt keine Website…keine Folder…., – wir wollten noch ein paar Mal kommen….dachte ich….doch unsere Tage in Frankfurt gestalteten sich dann anders…..so sind mir nur wenige Fotos und meine Worte geblieben..denn es ist schon wieder eine Weile her…)..

Beim ersten Besuch war ich überwältigt von all dem herrlichen Pflanzereichtum – fast könnte man meinen, es sei eine Permakultur…. – doch dem ist nicht so…verzaubert stand ich vor dem weißlackierten, nostalgischen Eiswagen, der mit einem feinen Holzregal aufgestockt ist, befüllt mit korsischem Orangen-Rosmarin-Honig, Thymianhonig (wird zubereitet fast wie wir eine Creme rühren…), Eschersheimer Lindenblüten- , Akazien-, Lavendel-, und Früchteblütenhonig sowie anderen Mischhonigen aus der Region und den mediterranen Gegenden, die er von Freunden mitbringt, sowie auch seine durch halb Europa gereisten Pflanzen…….Von der oberen Holzumrandung hingen einige getrocknete Immortelle-Sträucher á la L’Occitane, die uns auf meine Frage auch gleich auf Albrecht von Keyserlingk, Korsika und einem der in Darmstadt lebenden L’Occitane Inhaber zu sprechen brachte….Er zeigte sogleich holzgerahmte Wabeneinheiten mit frisch-goldfarbenem fließendem Honig und ließ mich mit vorbereiteten Holzstäbchen aus unbeschrifteten Honiggläsern nach Herzenslust kosten…

Beim zweiten Besuch staunte ich über den selbstangelegten, herrlichen Lotusteich mit Fischen….(vergessen…welche….)…die in einer Reihe gepflanzten Mandel- und früchtetragenden Pfirsichbäumchen, die unbeschreibliche Fülle in den betonierten Hochbeeten an Salbei, Lavendel, Echinacea……..und anderen Heilkräutern, für die er keine ausreichende Zeit hat, um alle Pflanzenfülle entsprechend zu verarbeiten…..sagte er..,…über die unterschiedlichen Kieferngewächse….und als wir mitten zwischen den Mandelbäumchen standen…störte ich die Flugbahn einer Biene, die mich in den Oberarm stach….ich hatte vergessen, WIE weh das tun kann…..

Mišo war lautlos und schnell  zur Stelle und holte aus dem Haus ein mit einem kleinen, sich erhitzenden Metallplättchen, batteriebetriebenes Handgerät namens Biteaway Stichheiler, um die Stelle des Stich’s zu erhitzen, damit sich das Eiweiß des Bienengiftes sozusagen wie ein Spieglei „braten“ lassen würde wurde mir erklärt..und der Stachel müsste unbedingt sofort entfernt werden, denn das bedenkliche daran sei….der Stachel pumpt selbständig weiter und verteil das Gift so recht schnell, durch die Hitze wird dies verhindert -….mit einem sicheren Lächeln bezweifelte er meine vorsichtigen Bemerkungen, dass Lavendelöl Insektengift neutralisieren würde oder Tea Tree ganz hilfreich sein könnten…….er lächelte und meinte, Honig sei besser….auch habe er Kundschaften, die sich mit einigen Honigsorten bei Neurodermitis und Psoriasis gute Erfolge beschert hätten…

Mein Stich schwoll für die nächsten drei, vier Tage an, extrem, mein ganzer Oberarm war knallrot, heiß,juckend, mit Bläschen übersät….wahrscheinlich bin ich, ohne es zu wissen allergisch oder hielt diesen Biteaway nicht lange genug drauf, denn das tat auch weh….ich machte mir Verbände mit Honig, Teebaum, Manukal und Pfefferminzöl zum Kühlen (Lavendel hatte ich keines zur Hand..)….nahm unterwegs unseren beliebten 20%igen Pfefferminzroller (Mentha piperita und Alkohol) – eigentlich Migräneroller anstelle von Paracetamol…..(wie alle Aromalernenden früher oder später erfahren…spätestens beim Minze-Block…)….als kühlende Alternative für unterwegs  mit mir, ….dennoch ging es sehr langsam…tagelang hatte ich Kopfschmerzen… – ich konnte den mit seinen Bienen und Garten in Einheit lebenden Imker nicht anrufen, was ich tun sollte….denn vor lauter Reden und Staunen schrieb ich nicht mal die Nummer auf…

Am nächsten Tag nach meinem ersten Besuch fand ich zufällig in Frankfurt’s Kaiserstraßen-Bahnhofsviertel ein edelst eingerichtetes L’Occitane-Geschäft mit einem etwa menschengroßen Ausstellungstück einer Kupferdestille, herrlichen Pflanzenbildern und Preisen, die fast doppelt so hoch sind wie die hiesigen Preise, die ich kenne (wieder mal ohne Kamera unterwegs..)

Mišo arbeitet mit Schüler- und Kindergartengruppen und bietet Bienen- und Imker- und Botanikwissen für alle Interessierten an…..Also meine lieben AromakollegInnen, Lernenden, Kursleiter …….für Alle, die in der Gegend rund um Frankfurt zu Hause sind oder in der weiteren Umgebung…..ist  Mišo Banglajev’s Honigarten einen Besuch wert…sei es im Rahmen eines Ausbildungskurses…., als Botanikschulung oder einfach nur um guten, sauberen Honig zu kaufen………..(leider habe ich mir nicht mal die Straße gemerkt…..aber, falls jemand eine Wegbeschreibung möchte…die kann ich geben….).

Wenn das Gartentor geöffnet ist und die Tafel draußen steht….darf man jederzeit „einfach hineingehen…“ lädt Mišo die Besucher ein…

Gerne hätte ich noch soviel mehr über die Duftpflanzen im herrlichen Garten und das Leben der Bienen mit Mensch und Stadt erfahren….vielleicht beim nächsten Besuch..

So habe ich Fotos machen verpasst……die wenigen seht Ihr hier im Post…,….DANKE, Miso für die unglaublich nette Zeit…!

(bilder: m.micik, mišo’s garten 2012)

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One Comment leave one →
  1. 5. September 2012 10:58

    von Christine, (mein Kommentarfeld ging leider nicht):

    Wow! Ist das eine schöne Geschichte.
    Da geht man ja jeden Schritt in diesem Zauber-Garten mit. Einfach wundervoll. Danke dafür, liebe Marta, Deine Worte malen die Bilder, da vermisse ich die vom Fotoapparat kein bisschen…

    Herzlichst Christine

    Gefällt mir

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