Skip to content

…eine „sensible“ mischung,..(teil 2)

30. April 2014

Die Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen sorgen immer wieder mal für eine möglicherweise etwas „distanzierte“ Reaktion bei Laien und Neu-Lernenden…, aber so „schlimm“ ist es gar nicht..denn einerseits gehört etwas „rundum-um-Basiswissen“ zur Biochemie der ätherischen Öle genauso dazu, wie in der klassischen Pflanzenheilkunde das Wissen sowohl um Gift- und Heilpflanzen, deren richtige Zubereitung für die jeweiligen Beschwerden, welche Teile von Pflanzen in welchen Dosierungen wann toxisch oder heilend sein können.

SFile:(R)-Limonen.svgogar ich (…und das heißt etwas !) konnte mit den Jahren zumindest das „Wichtigste“ zur Biochemie Lernen und verstehen…..- und ganz gewiss zähle ich nicht zu den besonders unglaublich-leidenschaftlichen „Hobby-Chemikerinnen“, geschweige denn zu den Profis…., doch inzwischen habe ich manche „aromatischen“ Zusammenhänge und Wirkweisen nach und nach immer besser verstehen können..und letztendlich finde ich vieles davon immer interessanter…daher ich davon auch etwas in mein Aromawissen mithineingeben….;-)

In der Aromatherapie bezieht sich dies auf das Spektrum der Inhaltsstoffe ätherischer Öle, ebenso auch auf die Dosierung und richtige Auswahl der Anwendungsweise: ich denke, dies kann auch für Laien interessant sein zu erfahren, weshalb ätherische Öle eigentlich wirken können und dass sie meist aus hunderten verschiedener Einzelstoffe bestehen. Im Internet, Literatur oder Magazinen liest man öfter mal ganz pauschal „die ätherischen Öle“,…es macht eben einen feinen Unterschied und noch dazu kann es für Menschen mit bereits belastetem Köper- und Emotionssystem sehr hilfreich sein, dies zu wissen, um möglichen ungünstigen Haut- oder Atemreaktionen vorbeugend begegnen zu können bwz. um leichter die passenden Öle auswählen zu können.

Ohne dieses inzwischen vor allem für die klinisch/therapeutisch professionelle Aromatherapie immer wichtiger gewordene „Laien-Biochemie-File:Linalool Enantiomers Structural Formulae.pngWissen“, könnten viele meiner KollegInnen in der Aromapflege nicht gezielt gegen unerwünschte Keimresistenzen, Viren, nekrotisierende Wunden, Schmerzen sowie vielen anderen Zuständen gezielt aromapflegerische, regenerierende Pflegeanwendungen leisten.

(abbldg. linalool, rechts- und linksdrehend, cc wikipedia, jün 2009; abbldg oben: limonen, cc wikipedia, 2008, neurotiker)

Menschen, die sich für Inhaltsstoff-Deklarationen auf Kosmetikprodukten – seien es kommerzielle oder naturkosmetische – interessieren und schon hier und da mal STUNDEN mit dem Lesen, Vergleichen und identifizieren der genannten Begriffe in Geschäften verbracht haben, sich kluge Kosmetik-Test- und Inhaltsstoff-Literatur zu Gemüte geführt haben.., denen kommen sicher einige der in den nächsten Absätzen genannten Begrifflichkeiten bekannt oder zumindest schon mal „gelesen oder gehört“ ..vor…;-) (bild: m.micik)

 

 

hier also „kurz“ notiert zur „sensiblen mischung, teil 2“…

Palmarosa, Cymbopogon martinii (var.martinii, var. motia) Poaceae, Gramineae/Süßgrasgewächse:

der Inhaltsstoffschwerpunkt dieses Süßgrasöles liegt bei den freundlichen und meistens gut verträglichen Monoterpenolen, nämlich dem blumig duftenden Geraniol, das sich veränderlich zwischen 70-95% in diesem Öl ausbilden kann, sowie 2-4% vom entspannenden, hautpflegenden und –verträglichen Linalool.

Die Inhaltsstoffverteilung des sanften Palmarosa enthält neben Spurenstoffen auch einen Ester- und Sesquiterpenolanteil. Letzterer reiht sich ebenfalls zu den freundlichen Alkoholverbindungen und ist nur gering mit ca 1,4%, dafür aber kann die Kombination aus den Hauptestern – nämlich dem entkrampfenden Geranylacetat sowie dem harmonisch stimmendem Geranylformiat und dem Nerylformiat viel zur Lösung von nervlichen, emotionalen körperlichen Anspannungen beitragen. Insgesamt enthält Palmarosa über 35% von den „leckeren“, freundlichen, blumigen und auf sanfte Weise stabilisierenden Estern.

bild: wikipeida cc, forest u. kim starr, 2005, stellvertretend für palmarosagras - Cymbopogon refractus

bild: wikipeida cc, forest u. kim starr, 2005, stellvertretend für palmarosagras – Cymbopogon refractus

Palmarosaöl zählt zu den ätherischen Ölen, die ein besonders breites antibakterielles Spektrum zeigen. In pilzhemmenden/pilzabtötenden (fungizide/fungitoxische-/statische) Eigenschaften punkten vor allem das enthaltene Geraniol und Linalool. Monoterpenalkohole, zu denen diese beiden Stoffe zählen, vertreiben mit Vorliebe unterschiedlichste, schädliche, Bakterienstämme. Es wirkt abtötend/hemmend beispielsweise auf einen – inzwischen beim Mensch mit am häufigsten diagnostizierten Pilz: Candida albicans; desweiteren auf ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe B, Enterecoccus faecales-Bakterien, Escherichia coli und den „gewöhnlichen“ Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae sowie einige andere, um hier nur einen kleinen Eindruck zu vermitteln.

Es eignet sich auch sehr gut als Beigabe in natürlichen, selbsthergestellten Deodorants.
(Rezepte hierfür in verschiedenen Zusammensetzungen findet Ihr z.B. hier auf der „essbar-naturkosmetik-facebook-gruppe“ unter der Dateiensammlung……oder hier eine „klassische“ Empfehlung auf Eliane’s Blog..inklusive kompetenter Erklärungen zu Schadstoffen in kommerziellen Deodorants..

Darüberhinaus ist Palmarosa deutlich antiviral, lymphentstauend, antiseptisch, sehr hilfreich bei Sinusitis. Zur Geburtserleichterung während der Entbindung hat es sich ebenfalls bewährt.

In der aromatischen Hautpflege kann es durch seine antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaft unreiner, großporiger, zu Rötungen und Couperose neigender Haut bis hin zur Beruhigung von Akne-Haut wieder zu einem ausgeglicheneren Hautbild verhelfen. Wer einen äußerst hilfreichen und leicht anzuwendenden Tipp zur lokalen Anwendung von Unreinheiten bei Teenagerhaut á la Eliane Zimmermann nachlesen möchte, könnte das hier in ihrem prima und leicht verständlichen, sehr informativen Buch in: Aromatherapie, Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle, Irisiana-Verlag, 1. u. 2. Aflg. 🙂

In Cellulite-sowie lymphentstauenden Körperölmischungen ist es sanft und trotzdem effektiv unterstützend. Nebenbei hat es ausgleichend-sanft stärkenden, aber nicht ermüdenden oder „aufputschenden“ Einfluss auf das Nervensystem und ist hilfreich bei verschiedensten Entzündungen – wie beispielsweise bei Mittelohrentzündungen (ein geeignetes Öl für Kinder und Jugendliche) in entsprechend richtiger Verdünnung und Kombination mit anderen ätherischen Ölen in einem geeigneten Basisöl.

Zu Mischungen, die ein überaktives und unrythmisches Herz ausgleichend beeinflussen können (z.b. mit Neroli, Melisse, Rosengeranie, Litsea cubeba und/oder Rose zusammen) ist es ebenfalls passend.

 

Ho-Blätter oder Hoscho-Öl, Cinnamomum camphora, Lauraceae, Lorbeergewächse

Dieses leicht-hell, ein wenig frisch, ein wenig blumig und freundlich duftende Öl wird aus seinen Blättern und Zweigen gewonnen. Auch unter der Bezeichnung „chinesischer Ho-baum“ begegnet es uns in einigen Ätherisch-Öl-Online-Shops und in Aromafachbüchern.

Hoblätteröl ist meines Erachtens noch immer etwas „unbekannt“ und wird noch viel zu selten angewendet in seinem vollen Spektrum angewendet und erwähnt; es hat wie die weiter oben genannten Öle ebenfalls einen recht hohen Anteil an dem antibakteriell und entspannend wirkenden Linalool, nämlich können von diesem Inhaltsstoff 80-99,2% ausgebildet sein. Dies macht es zu einem sehr kinderfreundlichen und insgesamt gut verträglichen ätherischen Öl. Es birgt noch Spuren von Linalool-oxid, dem leicht wassertreibenden Terpineol-4 (welches im australischen Teebaumöl, Melaleuca alternifolia oder Melaleuca linariifolia var. alternifolia Maiden & Betche einer der Hauptinhaltsstoffe ist) sowie von Citronellol – wie der Name sagt, eine „zitronige“ Note, die wir als Duftspur zum Beispiel aus dem Citronella-Öl und mit einem relativ hohen Anteil aus dem wasserdampfdestillierten Öl der Rosa damascena kennen.

bild: wikipedia cc, kenpei-osaka 2006, stellvertretend blätter u zweige kampferbäumchen

bild: wikipedia cc, kenpei-osaka 2006, stellvertretend blätter u zweige kampferbäumchen

Liest man nur seinen botanischen Namen, lässt dies eher auf den bekannteren, klassischen Kampferbaum und dessen Öl schließen – dieser hat jedoch eine ganz andere Inhaltsstoffverteilung und ist weit nicht so verträglich für Kinder, empfindliche Menschen, Asthmatiker, Epileptiker und sollte für diese Menschen sowie auf gar keinen Fall für Babies und Kinder/Jugendliche zur Anwendung kommen! Es kann 40-50% Kampfer (= Borneon) als Einzelstoff enthalten und 20-30% des durch die Erforschung des Eukalyputs globulus sehr bekannt gewordenen Oxides 1,8 Cineol, welches u.a. cortisonähnliche, schleimlösende und pilzhemmende Eigenschaften hat.
Das „echte Kampferöl“ wird aus Blättern und dem Holz des Baumes gewonnen. Auch kann es öfter mal mit dem „madegassischen Kampferbaum“, dem Ravintsara verwechselt werden.
Laien und Lernende können sich auch hier mit den botanischen Namen schnell einmal irritiert fühlen…auch mir geht es da ab und zu mal nicht anders…;-).

Die Vielseitigkeit und Verträglichkeit von Hoblätter- und Palmarosaöl steht meines Erachtens häufig noch immer im Schatten des Allround-Öles Lavendel fein – besonders für Kleinkinder und Schulkinder sind diese Beiden eine freundliche, sanfte Alternative bei Erkältungskrankheiten, zur Besänftigung des Gemütes – Hoblätter-öl ist ein Favorit bei Sinusitis und HNO-Infekten anstelle der intensiver duftenden und bisher weit mehr beachteten „Erkältungs“-Klassiker wie der Eukalypten und Thymianöle. Von Letzteren bieten sich zur Anwendung bei Kindern und sensiblen Menschen die milderen Varianten an, wie z.B. das Thymian linalool, Thymus vulgaris Ct. linalool, Zitronenthymian oder Eukalyptus staigeriana oder smithii.

In Mischungen zeigt sich das Hoblätter-öl meist „erleichternd und aufhellend“ mit leichter Klarheit, mit nicht so „reinigender“ Tendenz wie das Öl der Myrte, Myrtus communis Ct. cineol. Darüberhinaus ist es sehr hilfreich bei verschiedenen Infekten des unteren Verdauungstraktes, der Blase und des Unterleibs.

Aus Nachhaltigskeitsgründen darf es heute als eines der wichtigsten „Ersatz-Düfte“ für das klassisch-beliebte Rosenholzöl verwendet werden. Bereits vor zehn bis fünfzehn Jahren wichen engagierte Aromaleute auf das Linloeholz-öl aus. Doch auch dieses, wie das Rosenholz, zählen zu den gefährdeten, nahezu völlig abgeholzten, tropischen Hölzern.

 

Mimose, Acacia dealbata Link, Acacia decurrens
Fabaceae, Leguminosae (Schmetterlingsblütler)

Die Inhaltsstoffe von Blütenabsolues, welche in der deutschsprachigen Aromatherapie etwas bekannter sind, wie neben der Mimose die Absolues von beispielsweise Jasmin, Neroli, Lavendel, Tuberose, Frangipani, Iris- oder dem inzwischen auch in der Aromapflege beliebten, angstlösenden Tonka-absolue – sind bis heute noch weit nicht so aufschlussreich erforscht und mögliche Erkenntnisse darüber publiziert, wie wir dies von einigen anderen ätherischen Ölen kennen. Ihre noch nicht erforschten „Spuren-Inhaltsstoffe“ bergen meiner Ansicht nach einen Chancenreichtum für verschiedene Zweige professioneller Psychotherapien, Pschologie…Psychatrie….

bild: angelina ströbl,pixelio.de

bild: angelina ströbl,pixelio.de

Eindrucksvolle Beispiele für bereits sehr ausführliche Forschung zu Einzelinhaltsstoffen sind z.B. verschiedene Limonene aus Orange süß sowie aus den Essenzen anderer Zitrusschalen, die Effizienz von Melissen- und Pfefferminzöl und – deren Hydrolate bei Herpes-Viren in verschiedenen Stadien oder der angstlösenden und schmerzlindernden Wirkung des Lavendel fein – darüberhiaus belegen inzwischen weltweit über zweitausend dokumentierte Aromatogramme die starken antibakteriellen Eigenschafen bestimmter ätherischer Öle – insbesondere bei multiresistenten Keimen (verschiedene MRSA-Stämme u.a.) Mit zu den besonders wirkungsvollsten ätherischen Ölen avancierten hier unter anderem das Manuka-, Teebaum,- Lemongras-, Cajeput-, Niaouli- Bergbohnenkrautöl.

Mit soviel „belegter Forschung“ können die wundervollen Absolues leider noch nicht mithalten und ich denke, dass es gut an der Zeit wäre, wenn sich Wissenschaft und Therapie hierfür sinnvoll zusammentun könnten…., würden,…möchten..? ?
Wie fast immer bei solchen Thematiken stehen die Fragen der Ethik, des Budgets, des Forschungs-Zielinteresses an sich im Hintergrund einer „guten Idee…“.
Manchmal kann der Begriff des „Blütenabsolues“ auch zu „aroma-umgangssprachlichen“ Missverständnissen führen, denn nicht alle Absolues werden ausschließlich aus Blüten gewonnen. Gerade für Beginner kann es manchmal noch unklar sein – wie zum Beispiel, dass es wissenswert ist, dass ja Tonka-absolue aus den fein duftenden Tonkabohnen extrahiert wird, Iris-Duft in einer extrem aufwendigen Herstellungsweise aus der Wurzel dieser ganz besonderen Pflanze gelöst wird, bei der Mimose auch schon mal Zweiglein und Knospen mitgenommen werden, separat alleine oder aus unterschiedlichen/vermischten Arten extrahiert wird und bei Neroli sowie Tuberose tatsächlich (und hoffentlich) in der Tat nur die Blüten zur Gewinnung des Absolues gesammelt werden.
Wie ich schon im ersten Teil meines Beitrags schrieb, ist der warm-leichte Duft des Mimosenabsolues ein zugleich einhüllender, der das Vertrauen in sich selbst wieder stärken kann. Meiner Erfahrung nach ist es meist hilfreich, sowie ich bereits öfter schon festgehalten habe, eine differenzierte Perspektive und sozusagen „multiprofessionelle“ Möglichkeiten zu beanspruchen – vor allem dann, wenn an sich überschaubare Alltags-Disbalancen schon allzu sehr strapaziert sind. Wobei wir beachten dürfen, dass für jeden Menschen die persönlichen Grenzen aufgrund seiner Erfahrungen und Lebensweges sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.

Die beiden bekanntesten und wichtigsten Arten für die Aromatherapie sind wohl Acacia decurrens Willd. als auch Acacia dealbata Link (allerdings mit etwas Vorbehalt) In meinen Aromabüchern habe ich bisher diese beiden Arten bezeichnet gefunden. Die Herkunft der Angaben lässt sich nicht immer ganz genau rückverfolgen.

bild: smailey, pixelio.de

bild: smailey, pixelio.de

Zu den Inhaltsstoffen des Mimosen-absolue konnte ich bisher Folgendes zusammenstellen, prozentuale Verteilungen habe ich bisher keine finden können):

Palmitinsäure-aldehyd
Anis-Aldehyd
Acetophenon
Methylacetophenon

in einem meiner aller-ältesten und ersten Lieblings-Aroma-Bücher fand ich zum Mimosenabsolue, hier aus Acacia decurrens (jedoch leider ohne Quellenangabe):

Salicylsäuremethylester
Cresol
Benzaldehyd
Anisaldehyd
Geraniol
Farnesol

ein kleiner Anis-Aldehyd-Ausflug…….
vom Inhaltsstoff der Mimose zum trans-Anethol…..?

Das Anis-Aldehyd kommt uns bekannt vor aus „typisch anisig“ duftenden Ölen wie im süßen Fenchel, dem Anis selbst oder im Sternanisöl (Illicium verum Hook F., od „chinesischer Sternanis“), welches nicht wie die beiden ersteren Öle zu den Doldenblütlergewächsen zählt, sondern zu den Illiaceae, Sternanisgewächsen. Dieser Inhaltsstoff wird als deutlich hautreizend diskutiert. Ich denke jedoch, dass tatsächliche, starke Hautreizungen in der Praxis bei der Anwendung von Mimosenabsolue eher selten vorkommen. Dieses leicht gelbliche, süßlich-blumig-warm duftende Absolue kaufen ist meist entweder pur in einer der Sheabutter ähnlichen Konsistenz erhältlich, welches man selbst in Jojoba oder Alkohol, mit einem winzigen Spatel entnommen, gut verdünnen kann – oder aber bereits in Verdünnung, z.B. in 10:90 oder 50:50 in Jojoba wie es bei den meisten Anbietern für die höherpreisigen Absolues üblich ist. Wenn wir nun bereits aus dieser verdünnten Version eine Mischung kreieren, ist das Potential einer möglichen Hautreizung ohnehin schon gemindert. Alleine der intensive Duft von Absolues (und anderen stark duftenden ätherischen Ölen)sollte auch Laien natürlicherweise vor einer Überdosierung bewahren – das bedeutet, wohl kaum jemand würde 10-20 Tropfen Mimosenabsolue in 50ml Körperpflegeöl geben, das Mischen in ein Duschgel ist fast zu schade, versteht sich nahezu auch von selbst…Selbstverständlich können wir die Menge, die es brauchen würde, um eine Reizung hervorzurufen vorher nicht einschätzen. Wer besonderen Wert auf den in vielen Aromabüchern und Praxis-Kursen beschriebenen „Innenarmbeugen-Test“ legt und für den dies aus beruflich-rechtlichen Gründen notwendig ist, darf dies gerne vor einer Anwendung ausprobieren.
Absolues finden seltener in der duftenden Körperpflege, als vielmehr in Parfums, Eau de Toilets, als edle „Parfumcreme“ oder mal sparsam in „ganz besonderen Körperölen“ ihren Einsatz. In der Duftlampe ebenfalls sparsam dosiert, auf einem Dufttuch oder im Roller genügen aus entsprechender Vorverdünnung ein bis zwei Tropfen.

 

File:Illicium verum 2006-10-17.jpgDas Öl des Sternanis wird in der gängigen hiesigen Aromatherapie-Praxis jedoch sehr selten verwendet. Der etwa 90%ige (evtl auch darüber) trans-Anetholgehalt dieses Öles übertrifft noch die Anteile im süßen Fenchelsamenöl, das Anis-öl selbst hat den höchsten trans-Anethol Gehalt. Für diesen „typisch“ fenchelig- anisig duftenden Inhaltsstoff gibt es in der Aromatherapie einige, ernstzunehmende Vorsichts-Hinweise, da ihm „östrogenähnliche“ Wirkweisen deutliche zugesprochen werden. Die Verwendung von Sternanis-öl fiel mir kürzlich in einer Mischung auf, die zur klinischen Aroma-Behandlung von pulmonalen Beschwerden beschrieben wird. (bild: wikipedia cc, Illicum verum, 2007, les)

Die nahezu in jeder Literatur nachzulesenden Hinweise zur besonderen Achtsamkeit lauten: bei Leberproblemen, Abhängigkeitszuständen, Endometriose, bestimmten, östrogenabhängigen Tumorarten, Prostataproblemen und keinesfalls in der Schwangerschaft, auch nicht für Babies und Kleinkinder…!

Als Aromapraktikerin halte ich es sehr wichtig, solche Hinweise ernst und „praktisch“ zu nehmen……;-)!
…nun habe ich Teil 2 zu meiner sensiblen Mischung vervollständigt…., es war diesmal etwas mehr eine Herausforderung als sonst dies zu schreiben.., da irgendwie recht bewegte Zeiten sind…

……zur Ergänzung aus meiner „sensiblen Mischung..“.. braucht es in der Beschreibung noch ein Zitrusschalenöl: die Bergamotte – diese überlasse ich meinen LeserInnen, die Lust auf „Selbst-Erforschen“ in Sachen Inhaltsstoffe, Wirkungen…Geschichte und Duft-Entdecken haben.. viel Freude ..dabei….!

 

Quellenangaben:

Dietrich Wabner & Christiane Beier, Aromatherapie, Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis, Elsevier Urban & Fischer, 1. Aflg. 2008

Eliane Zimmermann, Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe, Kursbuch für Ausbildung und Praxis, 5.akt.Aflg., Haug Verlag, 2011

Michael Kraus, Ätherische Öle für Körper, Geist und Seele, von Angelika bis Zypresse, Verlag Simon & Wahl, 1992

persl Kurs-/Ausbildungsunterlagen

persl. Austausch mit Aromakolleginnen 2014 zu Inhaltsstoffen Mimose

Schnitzler P., Schuhmacher A., Astani A., Reichling J. (2008) Melissa officinalis oil affects infectivity of enveloped herpesviruse
Phytomedicine, 15, 734-40

Schuhmacher A, Reichling J, Schnitzler P., (2003) Virucidal effect of peppermint oil on the enveloped viruses herpes simplex virus type 1 and type 2 in vitro; Phytomedicine. 2003;10(6-7):504-10

 

 

 

 

Advertisements
2 Kommentare leave one →
  1. 1. Mai 2014 20:48

    liebe doris,..hab ganz ganz lieben dank für diese tollen zeilen wie Du Steranis als Gewürz verwendest und für Dein so nettes feedback zu meinem beitrag,..ich freue mich sehr darüber.., merci!

    Gefällt mir

  2. doris48 permalink
    1. Mai 2014 14:00

    liebe Marta,

    danke für diesen umfassend informativen Beitrag, er lenkt die Aufmerksamkeit auf Öle, die ich evtl. nur so mit 1 Wimpernschlag passieren ließ – außer Palmarosa, ich liebe es und verwende es regelmässig bei Hautpflege-Mischungen.
    Zum Sternanis: in virenträchtigen Zeiten wird er gerne zur Vorbeugung eingesetzt = ich gebe davon 1 kleine Prise (nehme den ganzen Sternanis und mahle eine winzig kleine Menge) in mein Wintermüsli zusammen mit 4 Tr. Mohn/Zimt/Nelkenöl-
    immer vorsichtig dosiert und wenn ich in mich morgens kurz bei meinem Körper nach seinen Wünschen erkundige, dann bin ich in der Dosierung auch behutsam 🙂

    Werde mir deinen Beitrag ausdrucken und im Bett wieder langsam und aufmerksam lesen – das ist schon 1 kleines Ritual.
    Liebe Grüße
    Doris

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: