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unsere…“nadelmix-destillation“

30. März 2015

Nun verging bereits einige Zeit seit unserem Aromakurswochenende Mitte Februar, in dem sich unser Hauptthema den Pflanzenfamilien der Pinaceae/Kieferngewächse und Cupressaceae/Zypressengewächse widmete. Unser „Abenteuer“ einer kleinen „Nadel-Mix-Wasserdampfdestillation“ machte uns rechte Freude am Tun und Dabei-Sein, obwohl sie selbstverständlich nicht mit professioneller Qualtiätsdestillation vergleichbar ist/war, was für diesen Tag auch nicht in unserem Anspruch lag. Unsere zeitliche Rahmenbedingung war auf einen Vormittag begrenzt, so entschieden wir uns für Pflanzenmaterial, das uns in diesem Zeitrahmen an Stunden destillierbar schien.

Für unseren Destillations-Vormittag konnten wir eine geräumige Lehrküche des österreichweiten Bildungsinstitutes, in welchem unsere Kurstage schon desöfteren nicht nur unseren Seminarraum, sondern auch den Gang dezent mitbedufteten und bereits so Manche, ..“immer der Nase nach“ vorbeigehende Kursteilnehmer aus anderen Lehrgängen zum „kurz mal reinschnuppern“…einluden….

Karin stellte ihre wunderbare 3,6l-Leonardo-Destille zur Verfügung, Iris knipste prima Handy-Bilder und brachte die frischen Nadelgewächs-Schätze aus ihrem Garten mit; Sabrina schrieb mit, Edith, Eva, Sabrina und ich suchten gemeinsam in dem für uns etwas „ungewohnten“ Ambiente der Lehrküche, passende  Behältnisse und Zerkleinerungs-Utensilien für das frische Pflanzenmaterial zusammen. Dann entschieden wir uns, doch per Hand für das Zerkleinern der Zweige und Nadeln (Schere, gutes Messer.., mit den Fingern..)..allein durch die Menge an frischem Pflanzenwerk duftete die Lehrküche bereits ganz herrlich….ein wenig an die Weihnachtszeit oder einen langen Waldspaziergang erinnernd – in „winter-wonderland“..einfach zum „Durchatmen“…, Seele erleichternd, Luft-gebend….Erholung für die unteren Atemwege.

Die Wärmequelle von unten spendete ein großer Gasherd mit etwas ungleichmäßiger, zu rascher Hitze für die Destille und das ansonsten idealerweise langsamere Erhitzen des Wassers und Pflanzenmaterials. Das ideale Platzieren der Utensilien – Destille, Flasche zum Auffangen des Destillates, Schläuche, Wassernachfüllbehälter…war zunächst ebenfalls eine kleine Aufgabe, damit nichts herunterfallen konnte, sich niemand an den heißen Gerätschaften verletzen konnte..und alles gut „im Blick“ blieb.

Wir destillierten etwa 500gr zerkleinertes Pflanzenmaterial (Nadelwerk mit ein wenig Geäst und kleinen Zapfenansätzen, alle von Tanne (Weißtanne, Abies alba Mill., wenn ich mich richtig erinnere.. ), Kiefer (Latschenkiefer, Pinus cembra L…), Fichte, Picea (es blieb offen, welche Art wir hier zur Destillation verwendeten) Zypresse, Cupressus sempervirens (wir legten diesmal keinen allzugroßen Wert auf die genauen botanischen Bezeichnungen/Bestimmungen .- wir nahmen sozusagen einfach die Geschenke aus Iris‘ Garten an, was gerade „zur Hand war“…, es kann auch sein, dass ich hier etwas vergessen habe….), mit etwa 2 Litern Wasser („normales“ Leitungswasser). Ein Zerkleinern/Zerschneiden der Nadeln war nötig, damit sich die Duftmoleküle des in der den noch „fast“ lebendigen Nadeln gespeicherten ätherischen Öles aus den Öl-und Harzgängen lösen konnten….Unser Ergebnis waren etwa 700ml Nadel-mix-Hydrolat mit einer ganz feinen, hellgrünen Spur ätherischen Öles obenauf. Wir schöpften das wenige ätherische Öl nicht ab, sondern beließen das End-Destillat als Ganzes. Der häufig bei ganz frisch destillierten Hydrolaten durch wohl „schwefelige Verbindungen“ – (siehe Inhalte Hydrolate-Buch E.Zimmermann, Link- unten) – „stechend-in-den-Bauch-fahrende“ Geruch, der auch mal rechte Abneigung oder leichte „Übelkeit“ bei manchen Menschen auslösen kann – war bei unserem Destillat eher schwach wahrnehmbar. Wir füllten unser duftendes Ergebnis in vorgereinigte 50ml Braunglasfläschchen ab, mit Beschriftung, allerdings ohne Sprayaufsatz und in diesem Rahmen auch nicht der für therapeutischen Einsatz notwendigen Sterilität, mit sehr dichter Verschlußkappe – für unsere Kursgruppe in diesem Fall ausreichend.

Als es nach ein wenig anfänglicher „Aufregung“…und dem „leicht spannungsreich erwarteten Moment“ , den allerersten Destillat-Tropfen, die Geschwindigkeit, mit der nun der Vorgang „in Fluß“ kam zubeobachten,und der „viel zu früh“…entstandene erste Tropfen .. etwas ruhiger wurde, genossen wir das „Vorlesen“ der Weißtannen-Hydrolat-Beschreibung aus Susanne Fischer-Rizzi’s Das große Buch der Pflanzenwässer“ wie ein „Lern-Nadel-Märchen“. Auch das „mit Wissen vollgepackte, kleine Blaue“ von Eliane Zimmermann: „Hydrolate, Pflanzenwässer, Die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege“ (siehe unten) war unser Begleiter…- unsere Fotos entstanden einfach spontan, ohne Anspruch auf „wie wirkt es später“. Sie sollten uns in späteren Lernstunden an die „Nadel-Duftende-Zeit“ in der Lehrküche…erinnern…..Am Nachmittag verbreitete noch das abdestillierte Nadelwerk im Tuch, welches wir mit in den Kursraum nahmen, ganz sanft seinen Duft…bis man mit „bloßem Auge“ das letzte Aushauchen der Nadeln erkennen konnte..

Sicherlich ist dies alles zum „Schmunzeln“ für jeden Profi-oder sehr erfahrenen Hobby-Destillateur-/Destillateurin und entspricht auch nciht der Weise, ein hochqualitatives ätherisches Nadelöl und/oder Hydrolat zu destillieren. – uns ging es zunächst vielmehr darum, den Vorgang einer einfachen Wasserdampfdestillation selbst zu „erspüren, handhaben…,, erriechen…, erfahren..“ was dabei geschieht..,was wichtig ist zu beachten, sodass auch „Duft-Anfängerinnen“ im Kurs eine erste, konkrete Vorstellung davon bekommen konnten…hier sind ein paar Eindrücke mit den Fotos von Iris..

„Hausaufgabe“ für die Teilnhemerinnen sollte sein, mehrmals in den nächsten Wochen an dem „frischen“ Nadeldestillat zu riechen…,wie sich der Duft unseres ganz frisch-destillierten Pflanzenwassers nach einigen Tagen und Wochen verändert, es per Auge zu begutachten, ob sich in dem duftenden Nadel-gewächse Wasser, eventuell mit einem pH-Streifen die Veränderungen messen. Während unserer Destillation verwendeten wir keine pH-Messstreifen, sodass es hierfür im Grunde keinen „Ausgangswert“ gegeben hätte. Trotzdem konnten wir beim nächsten Kurswochenende alle einstimmig festhalten, dass sich der eindeutige, schöne Nadelduft nach einigen Tagen deutlich „sauberer“ abhob als am Tag der Destillation.

Ich nehme an, dass dieses einfach-destillierte Nadel-Hydrolat durchaus bei sorgsamer Lagerung etwa ein Jahr haltbar sein kann – Latschenkiefern-Hydrolat alleine wird eine Haltbarkeit von etwa einem Jahr zugesprochen. Wahrscheinlich könnten unsere Komibnation auch in einem der Allergie-Symptome-Linder-Aromasprays als Grundlage gute Dienste leisten, da wir die Zypresse dabei haben. Zur inneren Einnahme sowie Anwendungen in der Aromapflege ist dieses, auf dieses Weise selbsthergestelltes Hydrolat, nicht geeignet. Für Luft-erfrischende/reinigende Raumspray-Mischungen, eventuell als Badewasser – oder Fußbad-Zusatz oder zum leicht antiseptischen Reinigen von Flächen und Griffen im Wohnbereich in Mischung mit anderen Hydrolaten ist es „sicher“ in der Anwendung. Eventuell auch für die eigene  Pflege  in einem Herren-Rasierwasser. Über die Inhaltsstoffe im lipophilen Anteil unseres „Pilot-Versuch-Hydrolates“ könnten wir letztendlich nur nach einer professionellen Analyse eine Einschätzung geben. Ich freu mich jedenfalls auf unseren nächsten „Destillations-Versuch“…

DANKE an meine Kursteilnehmerinnen für’s Mitmachen, der Erlaubnis zur Veröffentlichung der Fotos und dem Nennen der Vornamen und Verlinken!

weiterer Buchtipp zu Hydrolaten: Ingrid Kleindienst-John: Hydrolate, Sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser

(bilder collage: eigene, danke an picmonkey für die kostenlose collage-erstellungs-möglichkeit; bilder destillation: iris. r., danke für die genehmigung;)

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