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von der duftenden dattelcreme..

26. März 2016

Heute geht es weiter mit einer wohlduftenden Dattelcreme.  In einem früheren Beitrag ist bereits eine kleine Grundrezeptur dazu beschrieben  (wer nachlesen möchte, bitte  hier  klick und etwas hinunterscrollen). Die Variante im aktuellen Beitrag bereiten wir am nächsten Nachmittag nach dem ereignisreichen Salat-Tag zu. Mein etwas überalterter Mix-Pürierstab und das kostengünstige  Smoothie-Mixer-Modell hielten tapfer durch und sind an solch „größere“ Mengen nicht gewöhnt und die Zeit für das idealerweise mindestens ein-bis zwei Tage/Nächte in Pflanzenmilch Einlegen der appetitlichen, dunkelbraunen, glatthäutigen, saftig-fleischigen Datteln, ergibt sich diesmal nicht – weshalb sich nachher das Mixen und Pürieren wie ein kleines „süßes Abenteuer“ gestaltet.  Zwei der Dolmetscher und eine ehrenamtliche Mithelferin verarbeiten gemeinsam mit mir etwa drei Kilo frische, unbehandelte Datteln aus dem Iran in unserer schon beschriebenen, provisorischen „Küche“.

Als ungeübte „Dattel-Entsteinerin“  und um die „beste Art“ des Herauslösens der kleinen, schmalen Dattelkerne zu entdecken, damit sie möglichst „schön“ und als ganze Dattel zusammenbleiben, die Öffnung kaum zu sehen ist, benötige ich zuvor zu Hause ein ganzes Weilchen und bin am Ende voller Freude über die vor mir in einer großen Schale liegende „Menge“ entsteinter Datteln – frage mich in dem Moment, wie ich die Kerne wohl aufheben kann oder soll, um sie irgendwann in einer Region, in welcher Dattelpalmen der Pflanzenfamilie der Phoeniceae, Phoenix dactylifera L., sich wohlfühlen könnten, einzupflanzen? und wie lange es wohl dauern würde, bis sie zu keimen beginnen, dass mir nicht recht wohl ist dabei, den „Haufen“ Kerne zum Kompost zu geben, frage mich, wieviele Menschen in den Dattel-exportierenden Ländern wohl mit der Ernte und Verarbeitung ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen/können/sollen, ob sie wohl meine Entstein-Versuche freundlich „belächeln“ würden, mir den „Trick“ zeigen oder es einfach nur „Übung“ ist.. – wie so oft schon, wird mir bewusst, wie wenig wir/ich hier doch wissen über Lebensmittelpflanzen, Früchte, Traditionen und Modernes des Anbaus, ihrer Historie und Verwendungen in anderen Kulturkreisen – außer, die eigene Herkunft, Reisen, Berufliches oder Privates haben ohnehin bereits zum Wissen beigetragen…

unsere Zutaten sind:

  • ca 3 Liter Reismilch
  • 3-4 kg entsteinte, frische, unbehandelte Datteln
  • ca 5-600 gr Erdmandeln
  • Johannisbrotkernmehl, weiß, fein gemahlen zum „Binden“
  • grob gemahlenes, kroatisches Johannisbrotmehl (Rogač von šafram)
  • evtl etwas Vanillepulver bourbon
  • ätherische Öle: Vanilleextrakt, Tonkaextrakt
johannisbrotfrucht, Garroves, wiki cc

johannisbrotfrucht, Garroves, wiki cc

Zunächst die Dattel-Pflanzenmilch-Mischung möglichst fein mixen/pürieren, je nach Festigkeit/Dichte der Masse Erdmandeln, weißes Johannisbrotkernmehl und das bräunlich-beige-farbene grob gemahlene Johannisbrotmehl in die Masse geben und einfach weiter miteinander verrühren oder mixen.  Diese gemahlene Variante der Früchte des „Carob-Baumes, Ceratonia siliqua L., sind auch unter dem namen Carob-Pulver als Kakao-Ersatz bekannt und verwendet. Die Konsistenz soll am Ende möglichst wie eine schöne, cremige Dessertmasse aussehen. Unter angeregten, lustigen Unterhaltungen darüber, von welchem Behälter wohinein, wie am besten mixen ohne den halben Raum mit der nach Schokosüße duftenden Masse zu „verzieren“ und wie am Ende anrichten – schaffen wir nach viel längerer Zeit, als zu Beginn angenommen und kleinen Zubereitungs-Missgeschicken, die wir unter Lachen und Geduld „irgendwie reparieren konnten – eine wirklich hübsche, „lecker-wohlig“ nach Vanille und Schoko duftende und schmeckende „Dattelcreme“. Während des Zubereitens kommen einige der Leute zum „Naschen“, Lachen, Reden über –   khorma, خرماxormā – jeder Besucher unserer kleinen Küche gibt sogleich fröhlich sein Wissen um die sättigenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften der ihnen so vertrauten,  Frucht in die kleine Runde; an Beschaffenheit und Aussehen erkennen die Meisten sofort die Herkunft unserer Datteln – …das ist wunderbar, denke ich für einen Moment und weiß zugleich, dass die Menge zuwenig sein wird insgesamt, dass es so hilfreich wäre, mehrmals pro Woche etwas für das Auffüllen ihrer leeren inneren Nährstoffdepots tun zu können.

Die Masse reicht für etwa dreißig kleine „Dessert-Portionen“, die wir in den Einmal-Pappbechern für Kaffee und Tee „fast“ wie in einem Hauben-Restaurant mit dünnen Bananenscheibchen dekorieren, die wir aus dem limitierten Bananen-Kontingent  des Lagers holen können.

Die Portions-Becher ordnen wir in einer kreativen Weise auf den grauen, schlichten Kunsstoff-Tablets an, legen unsere einfachen, weißen Multifunktions-Einmal-Plastiklöffel dazu (sie dienen inzwischen auch zum Verrühren von selbstgemischten, kleinen Duschgels oder zum händischen Verrühren von  Dattelmasse in einem Kunststoffwännchen, Hin- und Herschaben aus Mixbechern und und..) – im Aufenthaltsraum reichen wir das tryptophanhaltige, in der Folge Serotonin spendende, mineralstoff- und ballaststoffreiche,doch etwas sättigende, Heißhunger- und Unterzucker-vorbeugende, Kraft und ein wenig Ruhe gebende „Nachmittags-Dessert“ mit dem Tablets umhergehend den Gästen und den an diesem Nachmittag anwesenden MitarbeiterInnen der Organisation und MithelferInnen.

dattel auf schale, pixabay, freiIn Zeiten hoher Belastungen können „serotonin-gestärkte-Menschen“ beispielsweise Stress, Anspannungen, Krisen-Siutationen etwas stabiler durchstehen, Stimmungsschwankungen etwas besser auffangen..

Als ich einige Tage später unsere Station besuche, begegnen mir wieder Dank und interessierte Fragen der Leute über die Zutaten, die Datteln, dass es wunderbar geschmeckt habe und für eine Weile recht sättigend war, sie hatten gefragt, woher das Dessert kam, vergaßen es nicht….sie freuten sich darüber – ich auch. – ..es sind einfach nur die Schätze der Natur, weder ich noch Andere, die so stärkend für uns Menschen sein können.

Kleinere Mengen dieses einfachen Desserts lassen sich in wenigen Minuten zubereiten, es ist wirklich „kinderleicht“ und sicherlich auch eine prima Idee für „süße, gesunde Jause“ (oder Frühstück) in Kindergärten, Schulen, Horten, Oberstufen, Pädagogen-Teams……?! – nicht nur in der Begleitung geflüchteter Menschen…

Wer passende kaltgepresste Bio-Pflanzenöle zur Hand hat, kann diese entweder in die Creme selbst miteinrühren oder mit einem Sprühhauch von Rosen- oder Nerolihydrolat kurz vor dem Servieren mit einigen Tropfen Öl „verzieren“. Es eignen sich beispielsweise Macadamia-Nußöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl, evtl einige Tröpfchen Granatapfelkernöl oder Pflaumenkernöl.

Menschen mit Unverträglichkeiten sollten die Zutatenliste für sich prüfen.

Unbehandelte, weiche Datteln gehören seit Langem zu einer meiner persönlichen Lieblingsfrüchte. In Zeiten befüllter, energie-fordernder Tage oder wenig Zeit zum Kochen, Essen und vielen anderen Zeiten, ernähre ich mich sozusagen fast nur von Datteln, Bananen, Kokosfett und Pflanzenölen mit hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren und einigen Samen-Arten. Tatsächlich hilft dies alles den Energiehaushalt in Stresszeiten aufrechzuhalten, es dem Gehirn und Zuckerhaushalt sowie den Nieren, bei Neigung zu extrem schnellem Energieverbrauch leichter zu machen. Unterwegs sind solche Früchte eine unkomplizierte Kraft- und Nährstoffquelle.

 

Die hier verwendeten Datteln gibt es z.B. hier bei „Rohkost-Sabine“ für Menschen aus Wels und Umgebung –  kontakt in facebook unter https://www.facebook.com/sabina.tomasic.1?fref=ts

hier habe ich einen sehr netten blog für fans der orientalisch-iranischen-leichten-modernen küche entdeckt: http://brotundliebe.net/2015/dattel-joghurt-creme-ein-suesses-vergnuegen-ohne-zucker/

wer sich zu einem gesundheitsförderlichen Rohkost-Angebot online informieren möchte, beispielsweise hier bei http://www.topfruits.de/

bei/von biovegan gibt es viele hilfreiche Zutaten für die vegane, süße Küche und insgesamtgür das Kochen

anmerkung: meistens denke ich nicht rechtzeitig genug an den griff zu meinem fotoapparat, vergesse die speicherkarte oder habe einfach sovieles herum, dass ich nicht an das fotografieren denke,..daher dürfen sich meine leserInnen zu hübschen dattelbildern einfach im netz umsehen…- danke!

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